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17 Meter hohe Nordmanntanne schwebt in Duderstadt ein

Wenn der Baum am Haken hängt 17 Meter hohe Nordmanntanne schwebt in Duderstadt ein

Seit 2002 gibt es den sogenannten Bürgerbaum, der in der Adventszeit alle anderen Weihnachtsbäume in der Duderstädter Innenstadt wie Puppenstubenschmuck erscheinen lässt.

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Wird vor dem Fachwerkgebäude „Tanne“ aufgestellt: der 2,7 Tonnen schwere Bürgerbaum.

Quelle: Pinschak

Duderstadt. . In diesem Jahr ist es eine 17 Meter hohe Nordmanntanne, die am Sonnabend in Gerblingerode gefällt und nach dem Wochenmarkt-Abbau mit dem Tieflader an die Unterkirche verfrachtet wurde.

Trotz aller Routine ist Fällen, Transport und Aufstellen des Bürgerbaumes immer wieder eine Herausforderung. 34 Jahre lang hat die von Frank Pfeifenbring ein Jahr nach Bezug am Wohnhaus gepflanzte Nordmanntanne am Ende einer Sackgasse Wurzeln geschlagen. „Es wird Zeit, dass er weggkommt“, sagt Sohn Carsten nicht nur mit Blick auf die wuchernden Wurzeln: „Jetzt kann der Waschbär den Baum nicht mehr als Sprungschanze aufs Dach nutzen.“

Der Sandweg in Gerblingerode ist ebenso mit Halteverbotsschildern für den Transport gespickt wie die Duderstädter Bahnhofstraße. Während Pfeifenbring fürs Catering sorgt und zur Videokamera greift, fahren Pritschen- und Hubwagen, Autokran und Tieflader vor. Die unteren Äste, die als Tannengrün fürs Rathaus enden, werden entfernt, der Stamm mit Seilen gesichert, die Spitze vertäut, die Gurte am Kranhaken befestigt.

Als die Motorsäge den Stamm zerteilt, löst sich der 2,7 Tonnen schwere Baum mit einem Ruck, wird kerzengerade in die Luft gehievt und vorsichtig über ein Gestell auf dem Tieflader in die Waagerechte gebracht. „Wenn der Baum am Haken hängt“, witzeln Zuschauer in Abwandlung des im Eichsfeld geläufigen Hausschlachtereims „Wenn die Sau am Haken hängt, wird der erste eingeschenkt“. 

In Kleinarbeit passfertig für die eigens geschaffene Bodenhülse

Dann folgt der zweite Akt: der Transport. Statt durch den zu engen Ortskern geht es im Kriechtempo im Konvoi über Tiftlingerode, Schindangerbrücke und Bahnhofstraße in die Fußgängerzone. An der Unterkirche warten bereits mehr als 100 Schaulustige, die das Prachtexemplar wohlwollend kommentieren, auf das alle Jahre wiederkehrende Spektakel. Dritter Akt: Wieder kommt die Tanne an den Haken.

Mit der Motorsäge wird der in der Luft schwebende Stamm gekürzt, in Kleinarbeit passfertig für die eigens dafür geschaffene Bodenhülse mit zehn Tonnen Gegengewicht zurechtgestutzt, mit Kerben für die Metallstützen versehen, eingesetzt und mit Keilen fixiert. Regelmäßig soll es Nachkontrollen geben, weil das Holz arbeitet. Puristisch und sturmfest wird der Baum in den nächsten Tagen noch geschmückt – nur mit einer LED-Lichterkette, ohne Stern, Kugeln oder Geschenkpakete.

Nur 2005 und 2009 gab es keinen Bürgerbaum – erst wegen der Eisbahn, dann wegen Verlegung des Weihnachtstreffs von der Unterkirche ans Rathaus. „Auf vielfachen Wunsch haben wird dann doch daran festgehalten“, sagt Treffpunkt-Stadtmarketing-Vorsitzender Hubertus Werner. Und der Bürgerbaum fürs nächste Jahr steht auch schon fest: eine Blaufichte aus Westerode.

Spektakel in drei Akten: 17 Meter hohe Nordmanntanne schwebt in Innenstadt ein. © Pinschak

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©Richter