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„20 Jahre nach Mauerfall: Jetzt oder nie“

Mit Wallach durch Natur „20 Jahre nach Mauerfall: Jetzt oder nie“

Wo früher Grenzposten mit Maschinenpistolen patroullierten, reitet ein Mann seelenruhig durch die Natur. Martin Stellberger möchte herausfinden, wie es Menschen im früheren Sperrgebiet erging und wie sie heute leben.

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Erkunden das Eichsfeld: Martin Stellberger und Wallach Flamenco vor der Sielmann-Hütte.

Quelle: Kunze

Eichsfeld. Für einen Abstecher zur Heinz Sielmann Stiftung war der pensionierte Realschullehrer aus dem oberschwäbischen Weingarten kurzzeitig auch westlich der ehemaligen Demarkationslinie unterwegs.

„Ich wollte schon 1989 los, aber durch Familie und Beruf hat es sich immer weiter hinausgezögert“, erzählt der Reiter. „20 Jahre nach Mauerfall habe ich mir dann gesagt: Jetzt oder nie.“

Seine erste Etappe führte ihn  2009 aus dem Dreiländereck bei Hof nach Döhlau, die zweite ein Jahr später von hier nach Schweikershausen, die dritte  von diesem thüringischen Ort weiter nach Vacha und in diesem Jahr war Stellberger bereits von Vacha nach Ecklingerode unterwegs. In fünf Wochen will er den Priwall in der Nähe von Travemünde erreichen, seine Tagesetappen sind jeweils  zwischen 20 und 25 Kilometer lang.

Unterwegs ist Stellberger mit dem 21 Jahre alten Wallach Flamenco, einem Württemberger mit trakehnischem Einschlag. „Das ist eine richtig coole Socke“, schmunzelt der 63-Jährige, der seine Erlebnisse in einem Buch verarbeiten möchte.

„Mein Ziel ist die Entschleunigung. Aber in erster Linie möchte ich ein bisschen nachvollziehen, wie die Menschen in dieser beengten diktatorische Phase gelebt und wie sie teilweise schwierige Erlebnisse verarbeitet haben“, erklärt der pensionierte Pädagoge, der sich in seiner Rolle als „Zuhörer“ wohl zu fühlen scheint.

Beeindruckt ist Stellberger von der Herzlichkeit, mit der er aufgenommen wird. „Die Einwohner in den Orten sind zugänglich und hilfsbereit.“ Dies zeige sich auch bei der Suche nach einer Unterkunft.

Im Eichsfeld fühlt sich der Reiter sehr wohl. „Die Menschen sind sehr freundlich, die Landschaft ist sehr offen, nicht so furchtbar steil wie im Thüringer Wald, im Frankenwald oder in der Rhön.“

art

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©Richter