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22-Jährige wegen fingierten Überfalls vor Duderstädter Gericht

Verhandlung 22-Jährige wegen fingierten Überfalls vor Duderstädter Gericht

Wegen des Vorwurfs, einen Überfall auf eine Tankstelle fingiert zu haben, hat sich am Donnerstag eine 22 Jahre alte Frau vor dem Jugendschöffengericht des Duderstädter Amtsgerichts verantwortet. Zudem wurde ihr eine falsche Verdächtigung vorgeworfen.

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Quelle: dpa (Symbolfoto)

Duderstadt. Die junge Frau soll, als Angestellte einer Tankstelle in Teistungen, mit zwei Mittätern vereinbart haben, ihnen am Abend des 29. August 2013 rund 6500 Euro und Zigaretten auszuhändigen, um später die Beute zu teilen. Anschließend soll sie behauptet haben, sie sei überfallen worden. Zudem soll sie fälschlicherweise einen Mann aus Brehme beschuldigt haben, sie während eines Polterabends geschlagen zu haben. In der zweiten Sache wurden keine Zeugen gehört.

Während der Hauptverhandlung am Donnerstag machte die Auszubildende, die mittlerweile nicht mehr im Eichsfeld lebt, keine Angaben. Richter Michael Pietzek erwähnte aber, dass sie bei anderer Gelegenheit geäußert habe, ihr Ex-Freund und ein zweiter Täter hätten sich die Geschichte ausgedacht, um nicht wegen Raubes vor Gericht gestellt zu werden, sondern milder bestraft zu werden.

Als „Überfall in Anführungsstrichen“ bezeichnete ein bereits verurteilter Mittäter den Vorfall. Maskiert und mit einer Softair-Pistole ausgestattet seien er und ein Freund am Tatabend auf die Idee der Angeklagten hin, „viel Geld machen“ zu können, zur Tankstelle gefahren. Dort hätten sie gewartet, bis die Angeklagte auf eine Zigarettenpause herausgekommen sei, um sie dann „für die Kameras“ zu überfallen.

Der Nesselröder, der mit der Angeklagten eine On-Off-Beziehung geführt habe, sei in die Tankstelle gegangen, habe Geld und rund zwölf Stangen Zigaretten in eine Sporttasche gepackt, während der zweite sie draußen vermeintlich in Schach gehalten habe, sagten die jungen Männer übereinstimmend aus. Anschließend seien die beiden geflohen. Erst dann habe – der Absprache gemäß – die junge Frau die Polizei gerufen. Anschließend habe sich das Trio getroffen, um das Geld und die Zigaretten untereinander aufzuteilen. Mit dem Geld habe sich das Trio eine Shopping-Tour in Hannover gegönnt und Schulden bezahlt.

Noch in Untersuchungshaft habe der zu einem Jahr und drei Monaten auf Bewährung verurteilte Ex-Freund der Angeklagten die Hoffnung gehabt, dass „nichts davon rauskomme“, sagte er. Daher habe er zunächst eine Beteiligung abgestritten und zudem einen Brief geschrieben, mit dem er ein Alibi vortäuschte. Darin belastete er erstmals die Angeklagte, indem er behauptete, sie habe ihm Beweismaterial untergeschoben.

Mit seiner Zeugenaussage belastete auch der zweite verurteilte Täter die ein Jahr jüngere Angeklagte. Er schilderte das Geschehen beinahe deckungsgleich mit dem Ex-Freund der Angeklagten. Zugleich erklärte er, sich im Internet kundig gemacht zu haben über ein mögliches Strafmaß, und einen Brief verfasst zu haben, in dem er die möglichen Absprachen thematisierte. Dies bestätigte der Rechtsanwalt, der den jungen Mann vertreten hatte.

Die Alternative zu dem, was die Zeugen ausgesagt hatten, sei, dass sich alles ganz anders zugetragen habe und sie versucht hätten, eine „Beihilfe zur Untreue zu basteln“, sagte Pietzek.
Die Verhandlung wird fortgesetzt.

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