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223 Mal in die Kasse gegriffen

Freiheitsstrafe für Supermarkt-Angestellte 223 Mal in die Kasse gegriffen

Wegen veruntreuender Unterschlagung ist am Donnerstag eine 26 Jahre alte Verkäuferin am Duderstädter Amtsgericht zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und neun Monaten verurteilt worden. Die ehemalige Kassiererin in einem Supermarkt hatte mehr als 200 Mal Storno-Beträge aus der Kasse abgezweigt.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Duderstadt. Wegen veruntreuender Unterschlagung ist am Donnerstag eine 26 Jahre alte Verkäuferin am Duderstädter Amtsgericht zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und neun Monaten verurteilt worden. Die ehemalige Kassiererin in einem Supermarkt hatte mehr als 200 Mal Storno-Beträge aus der Kasse abgezweigt.

Beinahe 30 Minuten hat die Staatsanwältin am Donnerstagmorgen gebraucht, um die Anklageschrift vollständig zu verlesen: 215-fachen Diebstahl warf die Staatsanwaltschaft einer 26-Jährigen ursprünglich vor, die sich am Duderstädter Amtsgericht zu verantworten hatte. Jeder Betrag, samt Datum und Uhrzeit fand einzeln Erwähnung. Die Frau griff während ihrer Zeit als Verkäuferin und Mitarbeiterin an einem Infoschalter im Supermarkt immer wieder in die Kasse, um Geld für Ihre privaten Zwecke abzuzweigen.

Sie legte ein voll umfassendes Geständnis ab und begründete die Taten mit Frust im Job: Aus Hass, sagte sie, weil der Arbeitgeber sie ungerecht behandelt habe, und aus Neid habe sie die rund 30.000 Euro häppchenweise gestohlen: Als Mitarbeiterin der Information hatte sie eine Storno-Berechtigung. Einen Teil der Kassenzettel legte sie über den Tag hinweg zur Seite, um in unbeachteten Momenten die mal zwei-, mal dreistelligen Summen aus der Kasse zu nehmen und das Geld anschließend zu verjubeln. Etwas „Sinnvolles“ habe sie davon nicht gekauft, sagte sie.

215 Taten hatte ihr die Staatsanwaltschaft vorgeworfen, im Laufe des Verfahrens zeigte sich, dass in einer vorgelegten Liste zum Teil die Taten eines Tages zusammengefasst worden waren. Zudem waren auch die Beträge aufgeführt, bei denen es tatsächlich zu Stornierungen gekommen sein dürfte. Richter Michael Pietzek ließ daher eine neue Aufstellung erarbeiten, die 223 Taten aufzählte und Beträge unter einer Grenze von 50 Euro und in unauffälligen Zeiträumen unberücksichtigt ließ.

Auch verurteilte er die Frau nicht wegen Diebstahls in einem besonders schweren Fall, sondern wegen veruntreuender Unterschlagung. Die 26-Jährige hatte, begründete er, zuvor den Auftrag erhalten, die Beträge an die Kunden auszugeben und nicht einfach in die Kasse gegriffen. Außer der Freiheitsstrafe, die zur Bewährung ausgesetzt wurde, erhielt die Frau die Auflage, 1.500 Euro an die Straßensozialarbeit in Göttingen zu zahlen.

Das Gericht rechnete zu ihren Gunsten an, dass es sich laut Register um die erste Straftat der Frau handelte und sie außerdem bereits begonnen habe, den entstandenen Schaden im Zuge eines Vergleichs zurückzuzahlen. Auf freiem Fuß dürfe sie bleiben, da sie nach der Trennung vom alten Arbeitgeber derzeit wieder in Beschäftigung sei. Allerdings warnte Pietzek die Frau bereits vor, sie habe für die Zukunft wohl noch ein weiteres Verfahren zu erwarten: Gegen die Kündigung durch den alten Arbeitgeber hatte die 26-Jährige geklagt - wohlwissend, dass sie aufgrund der Unterschlagungen gekündigt worden war.ne

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