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30 Meter hohe Weymouthkiefer in Fuhrbach fällt

Wappenbaum im Bergdorf gefällt 30 Meter hohe Weymouthkiefer in Fuhrbach fällt

Das Duderstädter Bergdorf Fuhrbach hat seinen „Wappenbaum“ verloren. Die landläufig auch als Föhre bezeichnete, 30 Meter hohe Weymouthkiefer am Pfarrgarten war in eine derartige Schieflage geraten, dass sie aus Sicherheitsgründen gefällt werden musste.

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Komplizierte Fällaktion: In drei Akten wird der Baum beseitigt.

Quelle: EF

Fuhrbach.  Die aufwändige Fällaktion sei bereits wenige Tage vor dem Orkan „Niklas“ erfolgt, berichtet jetzt Hubert Vollmer. Der ehemalige langjährige Vorsitzende des Heimat- und Verkehrsvereins Fuhrbach hat die Aktion ebenso wie die Vita des gefallenen Baumriesens ausführlich dokumentiert.

Die mit dem Landkreis Göttingen und der Stadt  Duderstadt abgestimmte Beseitigung des vor rund 170 Jahren als Grenzzeichen gepflanzten Baumes hat Vollmer gemeinsam mit  Pfarrer Michael Grabowski selbst veranlasst, sich die Kosten mit der Kirchengemeinde geteilt. Die Eigentümer der beiden Grundstücke, auf denen der Baum je zur Hälfte stand, hielten das Risiko nicht mehr für tragbar. „Der gewaltige Wirbelsturm 1997 und ein weiterer heftiger Sturm rund zehn Jahre später hatten die Weymouthkiefer einen schrägen Stand versetzt, sodass ein Umfallen des Baumes bei einem künftigen Orkan zu befürchten war“, sagt Vollmer.

Gefällt werden musste die gigantische Kiefer in drei Etappen. Mit Steigeisen, Gurten und umgehängter Motorsäge kletterte der Tiftlingeröder André Bernhard bis zum Wipfel und befestigte den nördlichen Teil  des gegabelten Stammes an einem zuvor darüber ausgerichteten Kranausleger. Dann kraxelte er wieder zur Kronengabelung herunter, setzte die Säge an,  und wiederholte nach Heben, Schwenken, Herablassen, Absetzen und Hinlegen des 2,5 Tonnen schweren Stammteiles die Prozedur in der Südhälfte der Baumkrone. Zu guter Letzt kam der verbliebene Rumpfstamm an die Reihe. Die Schnittstelle am Boden hatte einen Umfang von 2,5 Metern, der Baum ein Gewicht von rund 5,5 Tonnen. Der zerlegte Stamm wurde laut Vollmer zur Göttinger Universität transportiert und soll dort der Wissenschaft dienen.

Das Fuhrbacher Ortswappen  zeigt die Wellen des Dorfbaches „Fuhre“ und die „Föhre“ am Pfarrgarten. Offiziell wurde der Grenzbaum nicht als Wappenbaum gewidmet, sagt Ortsbürgermeisterin Beate Sommerfeld (parteilos). Die Kiefer gelte aber als Wahrzeichen des Ortes, seit vor 50 Jahren das Fuhrbacher Wappen gestaltet wurde, betont Vollmer und zitiert den damaligen Gemeindedirektor Hermann Schäfer: Der Baum gehöre ab jetzt auch dem Ort Fuhrbach. Die Dorfgemeinschaft sei nun eingebunden bei allen Geschehnissen, die den Baum betreffen.

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©Richter