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300 Gläubige kommen zu Heiliger Messe mit polnischen Weihnachtsliedern in Hilkeröder Kirche

Heimatgefühl vermittelt 300 Gläubige kommen zu Heiliger Messe mit polnischen Weihnachtsliedern in Hilkeröder Kirche

„Ich bin hier im Eichsfeld in einer anderen Welt, dabei sind es nur 80 Kilometer“, sagt Joachim Rogon aus Salzgitter. Er gehört zum Ensemble der Schola St. Elisabeth, die am Sonnabend eine Heilige Messe mit polnischen Weihnachtsliedern in der katholischen Kirche St. Johannes in Hilkerode gestaltet hat.

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In weihnachtlicher Kulisse feiern Gläubige die Heilige Messe.

Quelle: Schneemann

Hilkerode. „Hier sieht man, dass die Menschen noch spüren, warum sie zur Kirche kommen“, meint der gebürtige Beuthener, der ebenso Spätaussiedler ist wie die anderen Mitglieder der Gruppe, die zum dritten Mal in der Region gastiert.

Die Initiative für die Konzerte stammt vom Pfarrgemeinderat Rhumspringe. Ziel ist es, insbesondere Polinnen ein Stück Heimatgefühl zu geben, die vorwiegend ältere Menschen im Eichsfeld pflegen.

Neben dieser Gruppe sind Vertriebene und andere Bürger aus Polen, die schon lange in Deutschland leben, in das mit rund 300 Besuchern voll besetzte Gotteshaus gekommen – ebenso wie viele Eichsfelder. „Es passt gut, zum Ende der Weihnachtszeit noch einmal so einen Höhepunkt zu feiern und darauf hinzuweisen, dass Weihnachten nicht am ersten Weihnachtstag zu Ende geht“, erklärt Pfarrer Markus Grabowski.

„Wir haben hier eine religiöse Marktlücke geschlossen“

„Die Musik rührt an, die polnischen Lieder sprechen mehr das Gemüt und Herz an, sind etwas rhythmischer“, so der Geistliche, der die abwechselnd auf deutsch und polnisch singende Gruppe aus seiner Zeit als Kaplan in Salzgitter kennt. „Wir haben hier eine religiöse Marktlücke geschlossen“, meint Grabowski mit einem Augenzwinkern.

Fürbitten und Lesungen werden in mehreren Sprachen vorgetragen. Das macht nach Worten des Pfarrers deutlich, „dass Gott über alle Grenzen hinweg für uns da ist, egal welcher Nationalität wir sind“. Die Messe soll auch „ein Akzent sein gegen Terror und Ausgrenzung und letztendlich auch gegen ein falsches Gottesbild, mit dem Gewalt oder Rache verbunden wird“, sagt Grabowski in Anspielung auf die Ereignisse in Frankreich.

Maria Nolte, Leiterin des Kirchengemeinderates St. Johannes Hilkerode, erinnert noch an einen anderen Aspekt. „Das Verhältnis zwischen Deutschland und Polen war immer schwierig. Eine solche Heilige Messe kann ein bisschen zur Volkerverständigung beitragen.“

Wichtig sei, dass sich die polnischen Bürger angenommen fühlen. Genau das ist nach Grabowskis Worten auch die Botschaft des Evangeliums bei der Messe, in dem es heißt: „Du bist mein geliebter Sohn, du bist meine geliebte Tochter.“

Die Kollekte geht an das „Haus der Zuflucht – St. Elisabeth“ im brasilianischen Goiania. 40 bis 50 Menschen können dort nach Krankenhausaufenthalten unterkommen, wenn sie sich noch zu schwach für eine Rückkehr nach Hause fühlen.

Von Axel Artmann

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