Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
46. Göttinger Kinder- und Jugendbuchwoche im Eichsfeld

Helle und dunkle Seiten 46. Göttinger Kinder- und Jugendbuchwoche im Eichsfeld

Bücher machen neugierig auf fremde Welten und sind häufig ein Leseabenteuer. In diesem Sinne versteht sich auch das Programm der 46. Göttinger Kinder- und Jugendbuchwoche. Die Autorinnen Antje Szillat, Anja Tuckermann und Grit Poppe gaben am Donnerstag für Schüler des Eichsfeld-Gymnasiums literarische Einblicke in verschiedene Lebenswelten.

Voriger Artikel
Hilfe für Rumänien aus Osterode
Nächster Artikel
Podiumsdiskussion für das Miteinander in Duderstadt

Im Gespräch mit Siebtklässlern des Eichsfeld-Gymnasiums Duderstadt: Autorin Antje Szillat in der Mediothek.

Quelle: Thiele

Duderstadt. Zu sechs Lesungen kamen rund 350 Schüler aus 14 Klassen der Jahrgänge sechs bis neun, zwei Mal war das Grenzlandmuseum die Kulisse.

„An den ganzen Schulen hier in der Region gibt es ausgesprochen wohlerzogene Kinder, die sehr konzentriert und interessiert sind“, sagt Szillat, die in der Vorwoche an Stadtteilschulen in Hamburg unterwegs gewesen ist. Schülern der siebten Klasse liest sie in Duderstadt aus ihrem 2010 erschienenen Werk „Alice im Netz – das Internet vergisst nie“ vor.

Es handelt von einem 16-jährigen Mädchen, das im Netz eine Menge über sich Preis gibt, in Foren aktiv ist und schließlich von einem Stalker bedroht wird.

„Wir haben vorher im Unterricht überlegt, was man für Fragen stellen kann“

Mucksmäuschenstill ist es, als Szillat längere Passagen vorträgt. Bei ihrer szenischen Lesung steht sie die gesamte Zeit, schaut nur gelegentlich in ihr Buch, dafür aber häufig zu den Schülern. Nach rund 45 Minuten endet die Lesung. Die Autorin steht den Gymnasiasten nun Rede und Antwort.

„Wir haben vorher im Unterricht überlegt, was man für Fragen stellen kann“, berichtet Vera König, Fachobfrau für Deutsch. Die Schüler erfahren von Szillat, dass sie bislang rund 60 Bücher bei namhaften Verlagen veröffentlicht hat, mit ihrem Mann und vier Kindern in der Nähe von Hannover lebt und hauptsächlich in der ersten Tageshälfte schreibt. „Als Schriftstellerin arbeitet man eigentlich immer, weil man ständig über irgendetwas nachdenkt“, erläutert der Gast.

Stellung nimmt Szillat auch zum Inhalt ihres Buches. „Das Internet hat eine helle, aber auch eine dunkle Seite. Und die ist so dunkel, dass wir alle hier nicht ahnen, wie dunkel sie sein kann“, erklärt sie den gespannt lauschenden Siebtklässlern und ergänzt: „Man kann sehr schnell zu einem gläsernen Menschen werden.“

Zum Abschluss können sich ihre Zuhörer ein Autogramm holen. „Gerade für kleinere Kinder ist es sehr wichtig, dass sie etwas mit nach Hause nehmen und so noch eine Verbindung zur Lesung haben“, so Szillat.

Ein Ärgernis ist für die Autorin, dass sie beim Rundgang durch Göttingen in drei Buchhandlungen kein Werk von sich gefunden hat. Wünschenswert sei eine öffentlichkeitswirksame Kooperation zwischen Veranstaltern und Händlern vor Ort.

Inspiration zum Lesen und Erzählen

Schon seit 45 Jahren ist die Kinder- und Jugendbuchwoche eine feste Größe des Kultur- und Bildungsangebotes in der Region. Sie ergänzt das vielfältige Literaturangebot der Universitätsstadt und des Landkreises um den wichtigen Aspekt der Kinder- und Jugendliteratur.

Stets in der zweiten Woche nach den Herbstferien lädt der Kreisverband Göttingen der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft acht Autorinnen und Autoren zu Lesungen in Schulen und Kindergärten ein. Rund 3500 Heranwachsende kommen dieses Jahr in den Genuss, Autorinnen und Autoren persönlich kennenzulernen. 

Die Kinder- und Jugendbuchwoche, die im Raum Göttingen bereits zum 46. Mal ausgerichtet wird und seit drei Jahren auch im Northeimer Bereich etabliert ist, soll die junge Zuhörerschaft zum Lesen inspirieren und motivieren, zugleich aber auch Lust machen auf eigenes Erzählen.

Weitere Informationen unter goettinger-jugendbuchwoche.de

Von Axel Artmann

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Feuerwehrübung in Krebeck

©Richter