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60 Bürger wollen Flüchtlingen helfen

Wohnraum gesucht 60 Bürger wollen Flüchtlingen helfen

„Es gibt bei uns in Katlenburg-Lindau so viele Leerstände. Warum stellen so wenig Hauseigentümer Wohnungen für Flüchtlinge zur Verfügung?“, fragt sich Bürgermeister Uwe Ahrens (parteilos). Er forderte die mehr als 60 Teilnehmer beim ersten Treffen des Runden Tischs Flüchtlingshilfe in der Festhalle von Berka auf, gezielt Eigentümer anzusprechen.

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25 Flüchtlinge hat Katlenburg-Lindau, wo 7200 Menschen leben, in diesem Jahr bereits aufgenommen, 42 Personen sollen es bis Dezember werden, vielleicht auch mehr.

Quelle: dpa (Symbolbild)

Berka. 25 Flüchtlinge hat Katlenburg-Lindau, wo 7200 Menschen leben, in diesem Jahr bereits aufgenommen, 42 Personen sollen es bis Dezember werden, vielleicht auch mehr.

Das Problem: Der Landkreis findet nicht ausreichend Wohnungen. Auch in anderen Städten und Gemeinden steht er vor dieser Herausforderung. Werden die Menschen demnächst in Zelten, Containern oder Turnhallen untergebracht, erkundigte sich ein besorgter Bürger.

„Wir haben im Rat diskutiert, ob sich das leerstehende Max-Planck-Institut in Katlenburg als Sammelunterkunft eignet“, erwiderte der Bürgermeister. Die Gemeinde ziehe jedoch dezentrale Lösungen vor. So gehe die Wohnungssuche weiter. Die Unterkünfte müssten nicht hohen Standards genügen, betonte Ahrens. Der Landkreis zahle die Miete, statte die Wohnungen mit gebrauchten Möbeln aus und komme für Schäden auf.

Ein Grund für die Zurückhaltung von Hauseigentümern liegt eventuell in den beschränkten Möglichkeiten, sich die Mieter auszusuchen, gab Diplom-Sozialpädagogin Katrin Bäumler von der Koordinierungsstelle Migration und Teilhabe des Landkreises zu bedenken.

Die Flüchtlinge würden Northeim von den Erstaufnahmeeinrichtungen in Friedland und Bramsche kurzfristig zugewiesen. Es gebe Überlegungen, die Menschen zunächst in Sammelunterkünften einzuquaertieren. Dort könnten Vermieter die Flüchtlinge zunächst einmal kennenzulernen.

Neben der Frage nach Wohnraum ging es beim Runden Tisch um die Unterstützung der Menschen durch ehrenamtliche Helfer. Sie sollen die Flüchtlinge bei Behördengängen und Arztbesuchen begleiten, den Kindern bei den Hausaufgaben helfen oder Freizeitangebote machen.

Eine zwölfköpfige Steuerungsgruppe, der auch Vertreter der Schulen und Kindergärten angehören, sollen diese Hilfsleistungen koordinieren. Die Steuerungsgruppe wird sich während der Sommerferien treffen. Im Anschluss kommt der Runde Tisch erneut zusammen. Dann sollten auch die Kompetenzen und die verfügbare Zeit der Helfer erfasst werden.

Für Unmut sorgte während der Versammlung ein Bürger, der auf rasche Abschiebung von Armutsflüchtlingen drängte. Er verließ nach kurzem Wortwechsel den Festsaal.

Von Michael Caspar

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