Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 6 ° Sprühregen

Navigation:
6500 Seiten Eichsfelder Heimatgeschichte

Jahrbuch fortgeschrieben 6500 Seiten Eichsfelder Heimatgeschichte

Pünktlich vor Weihnachten ist am Sonnabend in der Bildungsstätte am Grenzlandmuseum der 22. Band des Eichsfeld-Jahrbuches vorgestellt worden.

Voriger Artikel
Alljährliche Aktion der St.-Cyriakus-Gemeinde
Nächster Artikel
EEW hoffen auf Einigung für Duderstädter Ortsteile

Rückblick mit Anspruch: der 22. Band des Eichsfeld-Jahrbuchs.

Quelle: Schneemann

Teistungen. Der neue Band, mit dem das wissenschaftliche Gesamtwerk auf 6500 Seiten geballte Heimathistorie angewachsen ist, wird erstmals durch eine beigelegte Karte – Wassermühlen im Obereichsfeld – und Sonderthemen zu 25 Jahren Grenzöffnung ergänzt.

Dazu gehört auch die Situation am Duderstädter Eichsfeldgymnasium (EGD) in den 90er-Jahren, als es noch von vielen Schülern aus Thüringen besucht und Russisch statt Spanisch unterrichtet wurde. EGD-Lehrer Ben Thustek blickt auf das Leben an der innerdeutschen Grenze und die Grenzöffnung zurück.

23 Autoren haben am Eichsfeld-Jahrbuch 2014 mitgewirkt, das der Verein für Eichsfeldische Heimatkunde und der Heimatverein Goldene Mark herausgeben. Die Themenpalette auf den fast 400 Seiten reicht von der problematischen Einführung des Gregorianischen Kalenders 1583, als dem Eichsfeld zehn Tage verloren gingen, über den Kulturkampf, die Geschichte der Heiligenstädter Friedhöfe (samt Diskurs über die Angst vor dem Scheintod) und den Hurra-Patriotismus zum Beginn des Ersten Weltkriegs bis zu den bislang geheimen NATO-Aufmarschplänen für das Eichsfeld in den 60er-Jahren nach der zweiten Berlin-Krise.

Peter Anhalt, Vorsitzender der rund 500 Mitglieder des Vereins für Eichsfeldische Heimatkunde, wies auf einen „Meilenstein für die Forschung“ hin: die „Eichsfeldische Bibliographie“, die 2015 erscheinen soll und alle Publikationen über das Eichsfeld bündelt. Den Blick zurück auf die Nachkriegszeit lenkte Torsten Müller, der im Zuge der Jahrbuch-Vorstellung einen Vortrag über das Eichsfeld als Drehscheibe für einen „gewaltigen Bevölkerungsaustausch“ hielt.

2,5 Millionen Menschen durchzogen von 1945 bis 1949 das Eichsfeld, wo sich sowjetische, amerikanische und britische Besatzungszone berührten. Müller zeichnete ein ambivalentes Bild des Umgangs mit dieser Herausforderung zwischen Gaunereien und Großherzigkeit, überforderter Administration und kirchlicher Hilfe.

Das Eichsfeld-Jahrbuch 2014 ist in Buchhandlungen und beim Verlag Mecke Druck in Duderstadt erhältlich.
Voriger Artikel
Nächster Artikel
Herbstfest in Rhumspringe

©Richter