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800 000 Euro für Fachwerk-Fünfeck in Duderstadt

Strategie zur Standort- und Wirtschaftsbelebung historischer Stadtkerne 800 000 Euro für Fachwerk-Fünfeck in Duderstadt

Die Zusammenarbeit der Städte Duderstadt, Osterode, Northeim, Einbeck und Hann. Münden im „Fachwerk-Fünfeck“ zahlt sich aus. Der Bund fördert das Vorhaben des Städtenetzes mit 800 000 Euro. Von 270 Projektanträgen seien 21 „Premium-Projekte“ ausgewählt worden, teilte der Northeimer SPD-Bundestagsabgeordnete Wilhelm Priesmeier unter Berufung auf das Bundesbauministerium am Mittwoch mit.

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Südniedersachsen hat die größte Denkmaldichte des Landes. Dazu trägt die von Fachwerkfassaden geprägte Stadt Duderstadt bei.

Quelle: Richter

Duderstadt/Berlin. Osterodes Stadtbaurat Thomas Christiansen, der den Förderantrag für die fünf Städte stellte, bestätigte die Auswahl. Es habe 270 Anträge mit einem Volumen von 900 Millionen Euro gegeben, sagte Christiansen.

Das zeige den erheblichen Bedarf in der Städtebauförderung. Im neuen Bundesprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“ stehen 50 Millionen Euro zur Verfügung. Schwerpunkte der ersten Förderperiode sind Denkmalensembles und bauliche Kulturgüter von nationalem Rang, energetische Maßnahmen im Quartier und Grün in der Stadt. Die Stadt Göttingen bekommt wie berichtet 4,5 Millionen Euro aus dem Fördertopf für ein neues Kunstquartier.

Auch Goslar ist laut Priesmeier mit einer Million Euro für die Erschließung der historischen Wallanlagen  dabei.

„Wir haben die gleichen Probleme und können sie gemeinsam angehen“

Wie Duderstadt haben auch  die anderen Fünfeck-Städte jeweils 20 000 Euro Eigenanteil im kommenden Haushaltsjahr vorgesehen. Das Projekt bekommt eine Förderung von 90 Prozent. Ein gemeinsames Projektbüro soll eingerichtet werden. Das verbindende Element sei das Thema Fachwerk, sagte Christiansen.

In Südniedersachsen gebe es die größte Denkmaldichte in ganz Niedersachsen. „Wir haben die gleichen Probleme und können sie gemeinsam angehen.“  Beabsichtigt sei, Pakete zu schnüren, um das Thema in die Zukunft zu bringen. Dabei könne auch das negative Image der Bauform abgebaut werden, so der Stadtbaurat. Eine Förderung über den Südniedersachsenplan ist laut Christiansen unwahrscheinlich. Tourismus  komme in den neuen EU-Förderrichtlinien nicht vor.

„In Fachwerk wohnen, arbeiten, leben“

Duderstadts Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU) zeigte sich von der Nachricht „begeistert“. Er vertraue darauf, dass nun auch ein rechtskräftiger Bewilligungsbescheid komme.  Für eine Entwicklungsperspektive der Region sei das Thema Fachwerk von herausragender Bedeutung. 600, 700 Jahre Fachwerkentwicklung prägten die Städte wesentlich mit.

„In Fachwerk wohnen, arbeiten, leben – das wollen wir noch stärker fördern.“ Das Vorhaben verfolge einen weiten Ansatz, so Nolte. Berufsschule, Eigentümer, Mieter und Bürger würden einbezogen. Auch das Kulturerbe solle bewahrt werden. Am Ende des Weges könne für die Fachwerklandschaft auch ein Eintrag als Weltkulturerbe stehen. „Aber der Weg ist das Ziel“, so Nolte.

Fachwerk-Fünfeck

Beim Fachwerktag im Dezember 2013 in Hann. Münden unterzeichneten die Bürgermeister der fünf Städte eine Präambel mit fünf Zielen für das Fachwerk-Fünfeck. Die Zusammenarbeit für die Erhaltung des Fachwerks in touristisch-wirtschaftlicher, ökologischer, sozialer und kultureller Hinsicht soll vorangetrieben werden.

Zu den Zielen zählen der Ausbau der Fachwerkkompetenz, -wertschätzung und -identität, die Wahrung der Fachwerk-Identität sowie die Etablierung einer gemeinsamen Dach-Marke zur Steigerung des Tourismusses. Die Städte wollen sich als „Ankerorte einer Fachwerklandschaft von nationalem Rang und internationalem Interesse“ etablieren und „gemeinsame Strategien zur Standortbelebung“ umsetzen.

Partner sind die Hochschule für Angewandte Wissenschaft und Kunst in Hildesheim, Holzminden und Göttingen (HAWK) und die Arbeitsgemeinschaft Deutsche Fachwerkstädte (ADF).

Geld für gemeinsame Strategie zur Standort- und Wirtschaftsbelebung historischer Stadtkerne. © Richter

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