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90 Jahre Keglerheim in Duderstadt

Urig und gemütlich 90 Jahre Keglerheim in Duderstadt

„Lernen kann man alles“, sagt Waltraud Schneemann, Inhaberin der Kneipe Keglerheim in der Spiegelbrücke. 1925 von Schwiegervater Ludwig Ziesing eröffnet, von seinem Sohn und Schneemanns späteren Ehemann Karl Ziesing übernommen, ist Schneemann 1963 durch die Heirat ins Kneipengeschäft eingestiegen.

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Quelle: Richter

Duderstadt. Die Duderstädterin war kaufmännische Angestellte im Laden ihres Vaters, Elektro-Kohl, als die damals 17-Jährige zum ersten Mal in der Schenke gearbeitet hat. „Man würde vielleicht manches anders machen“, gesteht die Wirtin, „im Großen und Ganzen hat es mir aber gefallen.“

„Früher war viel mehr los“, blickt Schneemann auf die lange Geschichte ihrer Kneipe zurück. Die Leute seien damals zum Frühschoppen gekommen, kamen nach der Arbeit für ein Schnaps und ein Bier vorbei und haben Abends geknobelt und Skat gespielt. „Dann kam die Promillegrenze“, erinnert sie sich. Nachdem die Leute nicht mehr alkoholisiert Auto fahren durften, blieben viele Kunden weg.

Genau so ging es mit dem Rauchverbot, das vor einigen Jahren eingeführt wurde. „Wenn ich aus dem Keglerheim eine Raucherkneipe machen würde, könnte ich keine Kindergeburtstage auf der Kegelbahn ausrichten“, erklärt Schneemann das Dilemma. „Früher hat man den Ventilator eingeschaltet und der Rauch war weg“, bemerkt sie.

Insgesamt sei sie jedoch zufrieden. Es werde immer noch regelmäßig gekegelt, sie fühle sich wohl und habe Spaß an ihrer kleinen Kneipe. Die Räumlichkeiten und das Interieur hätten sich in den vergangenen Jahrzehnten nur in Kleinigkeiten geändert. Drei Sitz-Nischen in der Wand seien geschlossen worden und ein Privatraum daraus gemacht, die helle Wandvertäfelung wurde mit wechselndem Mobilar dunkel gestrichen und die Technik der Kegelbahn wurde laut Schneemann erneuert. Der Charme des Wirtshauses ist davon nicht berührt worden. Gemütlichkeit, in uriger Atmosphäre und eine freundliche und erfahrene Wirtin sind das Kapital des Keglerheims.

Stress empfinde die 73-Jährige bei der Arbeit nicht mehr. „Überall muss man warten“, erklärt sie, „auf eine Minute kommt es da nicht an.“ Die Gelassenheit der Kneipeninhaberin zeigt sich auch, als sie über ihre Zukunft spricht: „Ich arbeite halt solange es noch geht.“ Auf jeden Fall bis zum 13. August diesen Jahres, da feiere sie nämlich das 90-jährige Bestehen des Keglerheims.

Von Kay Weseloh

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