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ADAC will Projekt umstrukturieren

Schutzengel ADAC will Projekt umstrukturieren

Die „gelben Engel“ des ADAC wollen sich vom Schutzengel lösen, der seit mehr als 10 Jahren für das Verkehrssicherheitsprogramm für Jugendliche steht. Das könnte für den Duderstädter Schutzengel-Verein die Auflösung bedeuten - trotz der großen Erfolge mit mehr als 4100 Schutzengeln im Eichsfeld.

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Der ADAC will sich von seinen Schutzengeln trennen.

Quelle: Bernd Settnik

Duderstadt. Das Logo kennt in der Region nahezu jeder Jugendliche: Ein blonder Engel im roten Top hält einen Autoschlüssel in der Hand. Das Programm des ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt, das hinter dem Logo steht, soll junge Fahrer für die Gefahren im Straßenverkehr sensibilisieren und sie dazu animieren, auch auf ihre Freunde zu achten.

„Ein Grund für unseren Erfolg liegt sicher darin, dass wir die Jugendlichen in den Schulen besuchen und über die Gefahren im Straßenverkehr informieren. Die meisten lassen sich nach solch einer Unterrichtseinheit als Schutzengel registrieren“, weiß der Duderstädter Polizist Dierk Falkenhagen, der die Schulungen durchführt. In anderen Regionen wird lediglich mit dem Flyer über das Projekt informiert, und die Jugendlichen können sich dann online als Schutzengel registrieren lassen.

Eine Hauptunfallursache ist Ablenkung durch Smartphones

Nun will der ADAC den Schutzengel ganz abschaffen und stattdessen die Inhalte des Projektes neu strukturieren. „Der Fokus der Aufklärungsarbeit hat sich erweitert. Heute ist die Ablenkung durch Smartphone oder die Bedienung des Radios oder Navis eine der Hauptunfallursachen“, sagt Birgit Blaich-Niehaus vom ADAC. Hier setze das neue Projekt „Waite a minute“ (WAM) an, das das Schutzengelprojekt ab August ablösen und die Schwerpunkte erweitern soll.

Schwere Konsequenzen für den Schützengel-Verein

„Das Thema Ablenkung haben wir ohnehin schon lange in unsere Aufklärungsarbeit integriert“, sagt Falkenhagen. Die Schutzengel-Vereinsmitglieder um den Vorsitzenden Klaus Kunstmann äußern Bedenken, dass mit der neuen WAM-Variante des Projektes die „Marke Schutzengel im Eichsfeld“ zu Grabe getragen würde.

Das würde auch für den Verein schwere Konsequenzen bringen, sagt Kassenwartin Cornelia Kurth-Scharf: Der eingetragene Vereinsname, das Logo, der Internetauftritt und viele andere Bereiche würden betroffen sein, „und das hätte Ausgaben zur Folge, die wir nicht mehr als gemeinnützig rechtfertigen könnten“, so Kurth-Scharf.

WAM statt Schutzengel

Duderstadt. WAM (Waite a Minute) soll ab August 2016 das Schutzengelprojekt ablösen. Der ADAC begründet die Entscheidung mit einem modernerem Erscheinungsbild des neuen Logos, das auch auf die Erweiterung des Programms hinweisen soll.

Neben Aufklärung über die Gefahren von Alkohol und Drogen im Straßenverkehr soll nun der Fokus vermehrt auf Ablenkung durch Handy, Smartphone oder andere Faktoren wie Übermüdung und Überschätzung gelegt werden. Als Erkennungssymbol soll es keinen Ausweis mehr geben, sondern codierte Schlüsselanhänger in Form einer Sprechblase. ny

Der Duderstädter Verein hat dem ADAC den Vorschlag gemacht, den Schutzengel und das neue WAM-Logo (eine Sprechblase) miteinander zu kombinieren. So könnte der Verein die Marke Schutzengel im Eichsfeld weiter vertreten, und der Bezug zur Erweiterung WAM wäre trotzdem im Logo sichtbar. Beim ADAC würde dieser Vorschlag nun beraten werden und die Ergebnisse demnächst bekanntgegeben, sagt Kurth-Scharf.

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Von Redakteur Claudia Nachtwey

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