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Abbruch der Erörterung abgelehnt

Verlegung der Bundesstraße 247 Abbruch der Erörterung abgelehnt

Am zweiten Tag des Erörterungstermins zum Planfeststellungsverfahren der Verlegung der Bundesstraße 247 hat Wulf Hahn als Vertreter des BUND und der biologischen Schutzgemeinschaft nur in wenigen Punkten die Meinung der Planer der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr geteilt.

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Umstritten ist der Bau der Verkehrseinheit drei der Ortsumgehung Duderstadt.

Quelle: Andreas Tietzek

Duderstadt. Ob Artenschutz oder Trassenverlauf - wie einige der anwesenden Privateinwender hätte Hahn einen Trassenverlauf auf dem ehemaligen Bahndamm bevorzugt. Besonders der Tunnelbau sei ein einschneidender Eingriff in das Naherholungsgebiet Pferdeberg, erklärte der Geschäftsführende Gesellschafter einer Fachagentur für Stadt- und Verkehrsplanung sowie Landschafts- und Umweltplanung. Gleich zu Beginn stellte er den Antrag, die Erörterung abzubrechen, da das Bundesministerium für Verkehr und Infrastruktur (BMVI) offenbar nicht mehr von der der Bauwürdigkeit des Projektes überzeugt sei.

Als Begründung nannte Hahn die im Projektdossier angegebenen Barwerte für Kosten und Nutzen, die ein Nutzen-Kosten-Verhältnis (NKV) von weniger als eins ergeben. Das aber lehnte Wolfram Wetzig von der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr ab. Eine Diskussion über die Bauwürdigkeit lehnte auch Elke Rasch vom Geschäftsbereich Goslar der Landesstraßenbaubehörde ab. „Durch die Festsetzung im Bundesverkehrswegeplan ist der Bedarf gesetzlich festgeschrieben“, erklärte die Projektleiterin.

Einer der Punkte, die im Fokus standen, war die Verkehrsentwicklung. Während Hahn zunächst von einem Rückgang sprach, erwiderte Verkehrsplaner Felix Bögert, dass durchaus eine Steigerung des Verkehrsaufkommens zu erkennen sei. Seit 2009 würden mit der Freigabe des letzten Teilstückes der Autobahn 38 rund 1000 Fahrzeuge dorthin umgeleitet. Die Entlastung werde durch weiteren Zuwachs kompensiert, wie die Zahlen auf der B 247 südlich von Duderstadt belegen würden. „Ein Bevölkerungsrückgang ist nicht immer zwangsläufig gleichbedeutend mit einem geringeren Verkehrsaufkommen“, so Bögert. Mit einer Stagna­tion sei frühestens 2025 zu rechnen.

Zweifel an den Zahlen

Prognose: In der Verkehrsuntersuchung von 2009 und auch in der von 2012 werde von einem allgemeinen Zuwachs des Verkehrsaufkommens um zwölf Prozent bis zum Jahr 2025 und einem speziellen Zuwachs von jeweils zwei Prozent durch die Entwicklung von Wohnbaugebieten und Gewerbeflächen in Duderstadt ausgegangen, zweifelten Geograf Wulf Hahn und auch der Mingeröder Hans-Georg Schwedhelm, dass die gesamte Verkehrszunahme 16 Prozent betragen solle. Denn bislang seien zum Beispiel im Gewerbegebiet Breiter Anger nur Verlagerungen aus der Stadt und den Ortsteilen zu verzeichnen. Verkehrsplaner Felix Bögert hingegen erklärte, dass eine schnelle Anbindung an die Autobahn durchaus zu Gewerbeansiedlungen beitragen könne.

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©Richter