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Abschlussjahrgang von 1966 trifft sich in Duderstadt

Treffen nach 50 Jahren Abschlussjahrgang von 1966 trifft sich in Duderstadt

Nach 50 Jahren haben sich die Schüler des Abschlussjahrgangs 1966 der Evangelischen Schule in der Christian-Blank-Straße in Duderstadt getroffen. Sie feierten ihr Jubiläum im Hotel Budapest mit zwei von ihren Lehrern.

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Die Abschlussklasse von 1966 beim Jubiläumstreffen vor dem Hotel Budapest nach 50 Jahren und bei der Entlassungsfeier am 17. März 1966 (kleines Foto).

Quelle: Franke

Duderstadt. 21 Schüler wurden am 17. März 1966 aus der Schule ins Leben entlassen und hatten dies seinerzeit in der Bahnhofsgaststätte gefeiert. 16 nahmen an der Jubiläumsfeier in Duderstadt teil. „Fünf unserer Mitschüler sind leider bereits gestorben“, erzählt Renate von Sothen, die die Feier organisierte.

Die weiteste Anreise hatte Ingrid Obermann (ehemalige Hickmann) auf sich genommen, die seit 16 Jahren im spanischen L‘Escala an der Costa Brava lebt. Barbara Busch (ehemalige Leineweber) reiste aus Torgau bei Leipzig an. Die übrigen Teilnehmer leben in Hannover, Hameln, Göttingen und Duderstadt.

Der beste Lehrer

Auf ihren Lehrer Eckhard Heumann lassen sie bis heute nichts kommen. „Er war der beste“, sind sie sich einig. Umso mehr freute es die ehemaligen Schüler, dass der mittlerweile 82-Jährige am Treffen teilnahm. „Sie nannten sich zwar selbst Rasselbande, waren aber eigentlich lammfromm“, erinnert er sich gern an die Zeit zurück. Er thematisierte auch die gemeinsame Abschlussfahrt im September 1965 nach Berlin, die von der Landeszentrale für politische Bildung gefördert wurde.

„Bei der Erinnerung an unsere Berlinreise denke ich sicher auch an unsere ‚Grenzerfahrungen‘ in einem geteilten Deutschland“, so Heumann. „Darüber hinaus denke ich aber noch an Persönlicheres: Ihr wart mein erster Schulentlassungsjahrgang, mit dem mich meine ersten Lehr- und Lernerfahrungen verbanden, auch als Reiseleiter einer Schülergruppe, die aus der ‚Provinz‘ kam und eine ehemalige, gerade erst durch eine Mauer getrennte Hauptstadt besuchen wollte, die ohne jede Hoffnung war, dies jemals wieder zu werden.“

Licht und Schatten

Über die Fahrt hatte Barbara Leineweber seinerzeit einen Zeitungsartikel unter dem Titel „Licht und Schatten“ verfasst. Sie zeigte sich beeindruckt von der Atmosphäre der Stadt, dem pulsierenden Leben, dem Tempo, dem verwirrenden Verkehr und dem Gemisch der Sprachen. Sie schrieb: „Aber das ist wohl nicht verwunderlich für ein Mädchen, das aus einer kleinen Stadt wie der unsrigen kommt, wo sich 90 von 100 Passanten herumdrehen und den Kopf schütteln, wenn ihnen auf der Marktstraße ein etwas ausgefallen gekleideter oder frisierter Teenager begegnet.

Duderstädter, ich empfehle Euch einen Bummel über den Kurfürstendamm!“ Den Schatten in der Stadt spürte sie am deutlichsten, „wenn man an der schäbigen Mauer steht oder eine Fahrt durch den Ostsektor macht“. „Wir Duderstädter fühlen ja immer die Nähe der unsinnigen und unnatürlichen Zonengrenze und kennen sehr gut ihre Grausamkeit. Aber eine Stadt, willkürlich durch eine Trennwand in zwei Hälften geteilt, - da fehlen mir die Worte.“ Die Worte fehlten beim Wiedersehen keinem, denn es gab zahlreiche Erinnerungen auszutauschen - nicht nur an die Fahrt nach Berlin.

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©Richter