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Aids-Drama und hohe Kriminalität in Afrika

Musikmissionssonntag Aids-Drama und hohe Kriminalität in Afrika

Einen Musikmissionssonntag veranstaltet der Chor Cantamus Jubilate am Sonntag, 26. April, in Mingerode. Während des Gottesdienstes um 10.30 Uhr berichtet Missionsschwester Angelika vom Kostbaren Blut über ihre Tätigkeit im südafrikanischen Mariannhill. 

Die Referentin wird von Schwester Petra begleitet, die aus Langenhagen  stammt. Anschließend gibt es im Pfarrheim Kunstgegenstände aus Afrika zu kaufen. 

Schwester Angelika Hellbach kam 1953 in Duisburg als fünftes von acht Kindern zur Welt. Sie begann ein Mathestudium und wechselte dann zur Theologie. Nach ihrem Examen arbeitete sie zunächst als Gemeindereferentin, bevor sie 1978 in den Niederlanden ins Mutterhaus Heilig Blut der Missionsschwestern eintrat. 1982 legte sie ihre erste Profess (ihr Ordensgelübde) ab. 

Von 1996 bis 2004 leitete Schwester Angelika das Gästehaus in Mariannhill, wo Menschen aller Hautfarben und Religionen zusammenkommen. Sie lernte die Zusammenarbeit der christlichen Kirchen zu schätzten. Zu ihren Gästen gehörte der Stellvertreter des Dalai Lamas. Buddhistische Mönche sangen im Kloster.

Waisenkinder bleiben zurück

Als unbeschreiblich groß bezeichnet sie die Tragik der Aids-Epidemie. Die Region um Mariannhill, die 25 Kilometer von der Hafenmetropole Durban entfernt liegt, ist besonders stark betroffen. Vor allem die junge Generation zwischen 18 und 35 Jahren stirbt. Zurück bleiben Waisenkinder. Die Kirche versucht zu helfen. Ein großes Problem stellt zudem die Kriminalität dar. Ein Menschenleben zählt wenig. Wie durch ein Wunder überlebte die Duisburgerin mit einer Schwester einen bewaffneten Überfall. 

Die Menschen suchen angesichts der Probleme den Halt der Religion. Um sonntags in die Kirche zu kommen, müssen viele zwei Stunden lang zu Fuß gehen. Die Gottesdienste dauern zwei, drei Stunden. Es wird viel gesungen, getanzt und geklatscht. Die Lebensfreude hat die Schwester beeindruckt. Von den Frauen, die in sehr schweren Lebenslagen fröhlich bleiben und viel leisten, ist sie begeistert. 

Schwieriger war es für Schwester Angelika, dass Afrikaner wenig planen und lieber improvisieren. Ein Sprichwort lautet: Die Weißen haben die Uhren, die Schwarzen die Zeit. Daran musste sich die Ordensfrau, die im Gästehaus mit 14 Afrikanerinnen zusammenarbeitete, erst einmal gewöhnen.  Heute ist sie als Betriebswirtin für Gesundheit und Soziales in der deutschen Provinzverwaltung des Ordens tätig. 

Michael Caspar

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