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„Geboren in Duderstadt“ braucht Zeit

Aktionsbündnis gegen Schließung „Geboren in Duderstadt“ braucht Zeit

Mehr Zeit - das ist die erste Forderung eines Aktionsbündnisses gegen die Schließung der Geburtshilflichen Abteilung im Krankenhaus St. Martini. Die Unterstützer der am Mittwoch gegründeten Initiative „Geboren in Duderstadt“ wollen Fristverlängerung erwirken, um Lösungsmöglichkeiten zu prüfen und Spenden zu sammeln.

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Quelle: Eckermann

Duderstadt. Der Vinzenz-Verbund, der zur Kongregation der Barmherzigen Schwestern vom Heiligen Vinzenz von Paul in Hildesheim gehört und Träger der Einrichtung ist, hatte den 30. Juni als Schließungstermin genannt. „Illusorisch“ sei es, bis dahin die im Raum stehenden rund 500 000 Euro zu arrangieren, die zur Deckung der jährlichen Kosten nötig wären, äußerte eine der rund 25 Unterstützer des Bündnisses. Um Transparenz über die Kosten herzustellen und Ideen zu sammeln, die Auslastung zu erhöhen, sei Zeit nötig.

Der Faktor Zeit spiele auch eine Rolle dabei, die Bevölkerung „wachzurütteln“, wie eine Mitstreiterin forderte. Dabei gehe es nicht allein um die Entbindungsstation, sondern um das gesamte Krankenhaus. Dieses zu erhalten, inklusive der Geburtshilfe, sei Ziel der SPD im Rat, machte Fraktionsvorsitzende Doris Glahn deutlich. Sie ist, wie Jana Zwingmann und Sandra Auffarth, zur Sprecherin des Bündnisses bestimmt worden. Politisch werde sie aktiv im Gespräch mit Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD), kündigte Glahn an. Außerdem wolle sie Verantwortliche des Vinzenz-Verbundes kontaktieren. Ein guter Zeitpunkt wäre die Übergabe der mehr als 5000 Unterschriften einer Online-Petition. Gespräche mit den Kirchen, politischen Parteien, dem Förderverein und der Mitarbeitervertretung des Krankenhauses regte Grünen-Ratsherr Hans Georg Schwedhelm an.

Auf eine Fristverlängerung pochte auch Matthias Schenke (SPD). Bevor Spenden akquiriert werden könnten, müssten die Rahmenbedingungen abgesteckt werden. So müsse geklärt werden, wie viel Geld benötigt und wie gewährleistet werde, dass es nicht zur Schließung komme. Außerdem müsse festgelegt werden, was geschehe, wenn die erforderliche Summe nicht zusammenkäme. „Es geht einzig und allein ums Geld“, machte eine Unterstützerin deutlich. Nur wenn dieses ausreichend sei, könne die Abteilung gerettet werden.

Petition: Ziel von 5000 Unterschriften erreicht

Seit dem Start einer von der SPD-Fraktion im Rat der Stadt Duderstadt initiierten Online-Petition sind bereits mehr als 5000 virtuelle und handschriftliche Unterschriften eingegangen. Die Unterzeichner sprechen sich für den Erhalt der Geburtshilflichen Abteilung am Krankenhaus St. Martini aus.

Damit ist das Ziel, das Fraktionsvorsitzende Doris Glahn in einem Aufruf zum Unterzeichnen formuliert hatte, bereits erreicht. „Mit dieser Petition wollen wir erreichen, dass diese für Duderstadt und über die Stadtgrenzen hinaus so wichtige Einrichtung auch zukünftig erhalten bleibt“, hatte sie in den sozialen Netzwerken und auf ausgelegten Unterschriftenlisten bei Ärzten und in Apotheken dazu aufgerufen, sich zu beteiligen. Weit über Duderstadt und das Eichsfeld hinaus wirkt auch das Engagement für die Petition. Das ist an der Statistik abzulesen, die auf der Seite der Petition einzusehen ist: So sind außer Unterschriften aus Niedersachsen (mehr als 2800) und Thüringen (rund 1200), auch Unterschriften aus Nordhrein-Westfalen (rund 200), Hessen (rund 100) und Baden-Württemberg (rund 100) erfasst. Unterzeichner finden sich in allen Bundesländern, ist auf einer Karte dargestellt.

Der überwiegende Teil stammt aber aus dem Landkreis Göttingen (rund 2500), gefolgt von Einwohnern des Landkreises Eichsfeld (rund 1100). Auch nach Orten ist aufgeschlüsselt, wer das Ansinnen unterstützt. Erwartungsgemäß kommen die meisten Unterzeichner, die einen Erhalt der Abteilung fordern (rund 1650), aus Duderstadt. 450 Unterzeichner werden Gieboldehausen zugeordnet, aus Worbis stammen mit 571 noch mehr. Ebenfalls zahlreiche Unterschriften sind von Menschen geleistet worden, die eigenen Angaben nach aus Bischofferode (rund 250) und Ebergötzen (rund 170) kommen.

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