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Alle Eichsfeld-Bücher auf 2000 Seiten

Zweibändige Bibliographie Alle Eichsfeld-Bücher auf 2000 Seiten

Es ist sicher kein Buch für den Nachtschrank. Dennoch handelt es sich um eine Publikation, die spannend sein kann wie ein Thriller: Günther Wiegand (76) hat eine Bibliographie zusammengestellt, die alle bis 2008 erschienenen Publikationen über das Eichsfeld zusammenfasst.

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Bereiten den Druck der „Eichsfeldischen Bibliographie“ vor: Gerold Wucherpfennig (links) und Helmut Mecke.

Quelle: Richter

Duderstadt. Entstanden ist daraus ein Mammut-Werk in zwei Bänden. Die „Eichsfeldische Bibliographie“ soll im kommenden Juli im Duderstädter Mecke-Verlag erscheinen.

„Ich forsche nach Brücken“, fasst Wiegand seine Arbeitsweise zusammen. Aus den seit 1915 publizierten Bibliographien hat sich Wiegand jeden einzelnen Eintrag vorgenommen, beinahe jedes Buch in der Hand gehabt, Inhaltsverzeichnis und Register durchforstet, eventuelle Hinweise im Text gesucht und die Ergebnisse systematisch sortiert.

Dabei habe er für seine erste Publikation 1980 noch mit Lochkarten gearbeitet, Mitte der 1990er-Jahre kam dann eine DOS-Datenbank hinzu. Deren Einträge musste er 2013 in ein Textverarbeitungsprogramm einpflegen, „mit erheblicher Mühe“, sagt er. Schließlich habe er nie das Zehn-Finger-Schreiben gelernt, sondern nach dem „Raubvogelsystem“ – einkreisen und mit einer Kralle packen – getippt.

Akribie und Ordnung brauche es, um 19 000 Titel mit 28 000 Positionen zu 600 Kapiteln auf 2000 Seiten zusammenzufassen. Und eine gewisse Heimatverbundenheit. Wiegand ist in Brehme geboren und aufgewachsen und nach seinem Abitur in Worbis zum Studium der Geschichte und Germanistik nach Jena und Kiel gegangen. Später arbeitete er als wissenschaftlicher Bibliothekar, zunächst an der Universität Konstanz, dann in Kiel – seinem aktuellen Wohnort.

Für Heimatforschung habe er sich schon mit Mitte 30 interessiert, seit dem Ende seiner beruflichen Laufbahn habe er nun deutlich mehr Zeit für die Beschäftigung damit: „Seit 2003 arbeite ich intensiv mit der Erstellung der Bibliographie.“ Eine Lebensaufgabe also, die auch Gerold Wucherpfennig und Helmut Mecke würdigen.

„Es war mir ein Anliegen, alle Lebensbereiche abzudecken“

Die Vorstandsmitglieder des Vereins für Eichsfeldische Heimatkunde und des Heimatvereins Goldene Mark unterstützen Wiegand in seinem Projekt, indem sie Sponsoren suchen für das Buch, das nicht nur physisch – fünf Kilogramm wird das zweibändige Werk später einmal wiegen – sondern auch inhaltlich ein Schwergewicht sein wird: Von geologisch-biologischen Grundlagen über die Geschichte der Steinzeit bis in die Nachwende- Jahrzehnte behandelt er alle Epochen.

Dabei unterteilt er nach Fachgebieten wie Recht und Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft, Religion und Kirchen, Architektur und Kunst, und, und, und ... „Es war mir ein Anliegen, alle Lebensbereiche abzudecken“, erklärt er. Neben dem Sachteil habe er einen Orts- und einen Personenteil angelegt, über den weitere Recherchen vorgenommen werden könnten. Während seiner Arbeit stellte Wiegand vor allem eines fest: dass es Themen gibt, die wieder und wieder erarbeitet wurden, und andere, die in ihrer wissenschaftlichen Betrachtung vollkommen jungfräulich sind: „Die Sozialgeschichte der Frühen Neuzeit stellt eine der erheblichen Lücken dar“. Außerdem habe es ihn mehrfach amüsiert, sehen zu können, wer von wem abgeschrieben hatte.

Er selbst hatte dazu kaum eine Möglichkeit. Die „Eichsfeldische Bibliographie“ werde aller Voraussicht nach das Standardwerk zur Eichsfeldforschung werden, glaubt Mecke. Der Duderstädter Verleger nimmt Vorbestellungen schon jetzt an.

Weitere Infos unter meckedruck.de
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