Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -4 ° wolkig

Navigation:
Alles Kohl, oder was?

Herbstpremiere für Grünkohl Alles Kohl, oder was?

Grün, weiß, rot, rund, spitz oder puschelig – Mit dem Herbst beginnt auch die Zeit für Kohl. Auch auf dem Duderstädter Wochenmarkt haben am Mittwoch die  regionalen Gemüsebauer die Haupt-Kohl-Saison eingeläutet.

Voriger Artikel
Initiative für Dorfladen in Hilkerode
Nächster Artikel
AOK-Projekt zahlt sich für Caritas aus

Rund, glatt, wellig und knackig: jede Menge erntefrischer Kohl an Manegolds Gemüsestand.

Quelle: Richter

Duderstadt. „Wir haben zum ersten Mal in diesem Herbst Grünkohl angeboten, und der war schon nach kurzer Zeit ausverkauft“, sagt Gemüsebauer Stefan Manegold aus Seulingen, der auf 35 Hektar alles anbaut, was knackig, lecker und gesund ist. Allein zwei Hektar seiner Anbaufläche ist dem Winter-Kohl vorbehalten: Grünkohl, Rosenkohl, Wirsing und Feldsalat aus Freiland-Anbau. Weiß- und Rotkohl wird bei ihm ganzjährig geerntet.

Rund zehn Kilogramm Kohl essen die Deutschen pro Jahr – von Kohlrabi über Broccoli bis Grünkohl. Doch warum schmecken Grün- und Rosenkohl erst richtig lecker, wenn sie von Väterchen Frost angehaucht wurden? „Bei den niedrigen Temperaturen – die neuen Sorten heute brauchen keine Minusgrade mehr – wandelt sich die Stärke in Zucker um, der Kohl verliert seine Bitterstoffe und ist auch sehr bekömmlich“, erklärt Manegold als echter Kohl-Fan. Und wie mag er das knackige Gemüse am liebsten? „Ich liebe Kohlrouladen, aber auch einen guten Krautsalat“, schwärmt der Seulinger von deftiger Kost. Und wie der Krautsalat so richtig mundet, weiß er auch: „Ein gutes Öl muss es sein, am besten kaltgepresstes Rapsöl, das schmeckt man.“

Auch am Stand von Marita Hesse geht der Kohl weg wie warme Semmel. „Rotkohl, Weißkohl, Wirsing, Spitzkohl, Rosenkohl und natürlich Grünkohl zählt auch sie auf, was der Hessesche Familienbetrieb in Ecklingerode so hergibt. „Ein hoher Vitamingehalt und ein toller Geschmack“, ergänzt sie auf die Frage nach den Vorzügen des Winter-Gemüses.

Auch bei ihr stehen Kohlrouladen ganz oben auf dem Wunsch-Speiseplan: „Aber geschichtet und geschmort oder als Rohkost ist Kohl ebenfalls mein Favorit.“ Damit der Krautsalat zwar bissfest, aber nicht hart wird rät sie: „Nachdem er durchgerieben ist mit Salz, Pfeffer und etwas Zucker ordentlich mit den Händen durchknirschen. Danach mit Öl oder Sahne abschmecken“, sagt Hesse, die beim Rotkohl Sahne bevorzugt, den Weißkohl aber lieber mit Öl zubereitet.

„Zu gut für die Tonne“

Der Griff zum Klassiker der deutschen Küche lohnt sich aber auch noch aus einem anderen Grund: Der Kohl ist nicht nur gesund und lecker, durch den regionalen Anbau sparen kurze Transportwege außerdem Energie. Durch Einfrieren oder richtige Lagerung und Konservierung – etwa durch Milchsäuregärung, durch die Weißkohl zum Sauerkraut wird – lassen sich außerdem Lebensmittelabfälle vermeiden.

Je nach Sorte, informiert die Initiative „Zu gut für die Tonne“ des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft, unterscheide sich Kohl in seinen Ansprüchen an die Lagerung. Grundsätzlich gelte, dass feste Kohlsorten wie Weißkohl oder Rotkohl kühle Kellerräume bevorzugten. Die Köpfe blieben so über Monate frisch. Die Schnittfläche allerdings sollte mit Plastikfolie abgedeckt werden. Blattsorten wie Grünkohl oder Rosenkohl hielten sich im Kühlschrank einige Tage, am besten eingewickelt in ein feuchtes Tuch.

Traditionell werden Kohlköpfe in Erdmieten eingelagert, kleine Erdkeller, die die gleichbleibende Temperatur und die Feuchtigkeit der Erde als optimale Lagerbedingungen nutzen. Eine Sandschicht dient dabei als Drainage und in die Erde eingelassener Maschendrahtzaun hält ungebetene Nager fern. Diese uralte Lagermethode wird auch heute noch in der Landwirtschaft angewendet, eignet sich aber auch für den eigenen Garten, wenn viel Kohl oder anderes Gemüse wie Karotten oder Rettich geerntet wurden.

Klimafreundliche Vitaminbombe

Wer sich im Winter gesund ernähren möchte, greift meist zu eigentlichen Sommerprodukten wie Tomaten, Zucchini oder Paprika. Diese stammen in der kalten Jahreszeit aber aus beheizten Gewächshäusern oder werden eingeflogen. Heimischer Kohl ist dagegen eine klimafreundliche Variante.

Durch kurze Wege und seine Kälteresistenz verbraucht Kohl sehr viel weniger Energie in Anbau und Transport, ist zudem reich an Vitaminen und wichtigen Nährstoffen. Vor allem Grünkohl und Rosenkohl stärken mit 105 bzw. 112 Milligramm Vitamin C pro 100 Gramm die Abwehrkräfte. Beide gehören zu den Vitamin-C-Reichsten Gemüsesorten.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Apfel- und Birnenmarkt in Duderstadt

©Richter