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Als Kinder noch ins Landjahr geschickt wurden

Eichsfelder-Heimatzeitschrift Als Kinder noch ins Landjahr geschickt wurden

Mit einem bunten Strauß von Themen wartet wieder die aktuelle Ausgabe der im Hause Mecke-Druck hergestellten Eichsfelder-Heimatzeitschrift auf.

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Akribische Kleinarbeit: Andreas und Henrik Werner sowie Tobias Gieseler bauen den Nesselröder Bahnhof nach.

Quelle: EF

Mit einem besonderen Beitrag ist dabei der Kreis- und Stadtarchivar Dieter Wagner vertreten, der über ein Rechnungsbuch des Landjahrheimes Nesselröden berichtet. Das Buch war vom Stadtarchiv Göttingen an das Kreisarchiv übergeben worden.

Bei dem so genannten Landjahr handelte es sich um eine NS-Einrichtung, in deren Rahmen Volksschulabgänger für ein Jahr in ländlicher Umgebung untergebracht und politisch indoktriniert wurden. Ein solches Lager befand sich auch in der ehemaligen Nesselröder Zigarrenfabrik. Ausführlich wird in dem Rechnungsbuch unter anderem über Ausfahrten der Landjahr-Kinder in den Harz berichtet und über Anschaffungen für das Heim.

Ein weiteres Thema aus dem Untereichsfeld findet sich in der Rubrik „Berichte aus dem Eichsfeld“. Informiert wird dort über die Modellbahnfreunde Andreas und Henrik Werner sowie Tobias Gieseler, die in akribischer Kleinarbeit ein Modell der ehemaligen Bahnstation Nesselrödens gebaut haben. Das Modul wurde übrigens erst kürzlich wieder anlässlich einer Modellbahnausstellung in Wulften gezeigt.

Weitere Themen der Heimatzeitschrift sind unter anderem eine angebliche Prinzengeburt 1799 in Silkerode, die Geschichte des Rittergutes Adelsborn, ein Bericht über Eichsfelder Auswanderer im 19. Jahrhundert und ein Tumult in Helmsdorf.

Mehrere historische Eichsfeld-Themen finden sich übrigens auch in der kürzlich herausgebrachten ersten Ausgabe des 39. Jahrganges der ebenfalls im Mecke-Verlag hergestellten Zeitschrift „Südniedersachsen“. Darin berichtetet Gerd Busse ausführlich über den Flachsanbau und die Leinen- und Tuchproduktion im Eichsfeld als Einkommensquelle im 18. und 19. Jahrhundert. Der Duderstädter Kreis- und Stadtarchivar Dieter Wagner dagegen beschäftigt sich ausführlich mit dem so genannten Kapp-Putsch im März des Jahres 1920 im Eichsfeld. Er beleuchtet darin die unterschiedlich Situation in verschiedenen Eichsfelder Städten.

Wer ein Probeexemplar der Heimatzeitschrift oder des Heftes „Südniedersachsen“ wünscht, sollte sich mit dem Mecke-Verlag in Duderstadt unter Telefon 0 55 27 / 98 19 22 in Verbindung setzen.

Von Sebastian Rübbert

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