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Altlasten im Gewerbepark Euzenberg bereiten weiter Probleme

Trotz Grundwasserreinigung Altlasten im Gewerbepark Euzenberg bereiten weiter Probleme

Im Gewerbepark Euzenberg westlich der Stadt Duderstadt wird derzeit bereits an einer neuen Erschließungsstraße zur neuen Umgehung gebaut. Auch Ottobock-Chef  Hans Georg Näder hat Umbau- und Erweiterungspläne im Gewerbegebiet, das sich unmittelbar an sein Betriebsgelände anschließt. Probleme bereiten noch Altlasten im Boden.

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Gewerbepark Euzenberg in Nachbarschaft des Ottobock-Betriebsgeländes: Auf den Flächen einer Munitionsfabrik befinden sich heute Gewerbe und Bundespolizei.

Quelle: Schauenberg

Duderstadt.  Auf dem mehr als 40 Hektar großen Areal wurde in den 1940er-Jahren Munition hergestellt. Auf einem großen Teil der früheren Polte-Werke befindet sich heute die Bundespolizei, auf einem kleineren der Gewerbepark Euzenberg. Eigentümer Klaus-Hagen Hage hatte voriges Jahr mit Ottobock-Chef Hans Georg Näder vereinbart, den Komplex an ihn zu verkaufen. Es handelt sich um rund 15 Hektar.

Das größte Problem sind nicht Hinterlassenschaften des Zweiten Weltkriegs, sondern eine in den 1950er-Jahren stillgelegte Teerpappenfabrik. Damals sei alles in das Gelände gekippt worden, sagte Hage. Mittlerweile sei aber alles beseitigt worden. Die Altlast im Gewerbepark ist nur eine von vielen im Landkreis. Die Kreisverwaltung stellte jetzt ein umfangreiches Altlastenkataster auf. Allein im Bereich des Duderstädter Stadtgebietes sind derzeit 976 Standorte erfasst. Nicht alle stellen ein Problem dar.

Auf dem Polte-Gelände wurden dem Landkreis zufolge seit Ende der 1980er-Jahre zahlreiche Untersuchungen von Ingenieurbüros durchgeführt. Es gab umfangreiche Sanierungs- und Sicherungsmaßnahmen, Schadstoffherde im Boden wurden ausgebaggert und entsorgt. Eine umfangreiche Gesamtbetrachtung zu Altlasten habe es 2014 gegeben, erklärte die Kreisverwaltung. Sie sei den unmittelbar Betroffenen vorgestellt worden.

Deutliche Restbelastungen im Grundwasser

Festgestellt wurden danach unter anderem Mineralöle, Teerölprodukte, Säuren, Schwermetalle und leichtflüchtige chlorierte Kohlenwasserstoffe (LHKW). Da  hunderte Daten auf einer Vielzahl von Teilflächen des Areals ermittelt worden seien, so Verwaltungssprecher Ulrich Lottmann, könnten keine repräsentativen Einzelwerte zur Belastung mit diesen Stoffen genannt werden.

Vielmehr seien jeweils Einzelfallbewertungen der Zusammensetzung in den unterschiedlichen Bereichen vorzunehmen.  Auch eine Grundwasserverunreinigung durch chlorierte Kohlenwasserstoffe sei festgestellt worden. Im Kernbereich sei von 2002 bis Ende 2009 eine hydraulische LHKW-Sanierung durchgeführt worden. Da trotz erheblicher Reduzierung der Belastung noch deutliche Restbelastungen im Grundwasser nachgewiesen worden seien, werde dies über ein Monitoring weiter systematisch überwacht. Eine akute Gefahr geht der Kreisverwaltung zufolge von den nachgewiesenen Restbelastungen nicht aus.

Der ehemalige Rüstungsstandort wurde unterschiedlich genutzt. Bei jeder Nutzungsänderung sowie Eingriffen in Gebäudesubstanz oder Boden werden laut Landkreis jeweils Maßnahmen festgelegt, die gutachterlich begleitet werden. So wurden auch für die neue Umgehung Untersuchungen durchgeführt und Sanierungs- und Sicherungsarbeiten festgelegt. Durch die Maßnahmen der vergangenen Jahre hätten sich Werte teilweise um das 100- bis 1000-fache verbessert, sagte der stellvertretende Leiter des Umweltamtes, Günther Helberg. Bei Vorgaben in Bauvorhaben mache es auch einen großen Unterschied, ob es um Kindergarten oder Gewerbe gehe.

Rüstungsaltlasten

Das niedersächsische Umweltministerium und die früher bundeseigene IVG Immobilien AG verständigten sich voriges Jahr darauf, einen Rechtsstreit über die Verantwortlichkeit für Rüstungsaltlasten zu beenden und handelten einen Vergleich aus.

Die IVG stellt in den nächsten 15 Jahren jeweils zwei Millionen Euro für Untersuchungs- und Sanierungsmaßnahmen bereit, Zweidrittel davon für drei noch im IVG-Besitz befindliche Standorte. Die restlichen zehn Millionen Euro können für andere Flächen eingesetzt werden, die durch Rüstungsproduktion kontaminiert sind oder untersucht werden müssen, so auch in den Landkreisen Osterode und Göttingen.

Der Landkreis Göttingen bekommt dieses Jahr eine Summe im „kleineren fünfstelligen Bereich“ vom Land. Der IVG gehörte früher die Polte-Werke-Immobilie. Ein Teil der Fläche, der heutige Gewerbepark, sei wurde verkauft. Die IVG verfüge dort mittlerweile über keinen Grundbesitz mehr, so IVG-Sprecher Jürgen Herres.

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