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Amputation als letzter Ausweg

Duderstadt Amputation als letzter Ausweg

Prognose: Amputation? Thomas Werner, Chefarzt des Diabeteszentrums in Bad Lauterberg, hat am Mittwochabend über Prävention und Behandlungsmöglichkeiten eines Fußsyndroms bei Diabetes aufgeklärt. Mehr als 30 Interessierte und Betroffene kamen zur Abendvisite im St.-Martini-Krankenhaus in Duderstadt.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Duderstadt. „Amputation verhindern und Amputationshöhe vermindern“, sagte Thomas Werner, sei der heutige Behandlungsstand bei Fußsyndromen. Denn „wenn wir eine große Operation machen, ist das Risiko, dass etwas passiert, größer.“

Mit drastischen Bildern und Offenheit erklärte der Internist den Besuchern, was die Gefahren eines Fußsyndroms sind: Diabetiker - aber nicht nur die - litten oft unter einer Polyneuropathie (PNP): Ist der Schuh zu eng oder drücken andere Gegenstände, bekämen PNP-Betroffene davon nichts mit, die Nerven leiteten nicht die Meldung „Schmerz“ ans Gehirn weiter. Folge: Es bilden sich Druckstellen, oft lange Zeit unbemerkt, die sich nach und nach entzünden können - bis hin zum Knochen. „Ulkus“ nannte der Mediziner diese durch Infektion oft mit Eiter gefüllten Schwellungen, die im Anfangsstadium noch wie ein Hühnerauge erscheinen. Früher galt eine Amputation des Zehs, oft auch des Fußes, als Allheilmittel.

Wichtig sei es, rechtzeitig einen Arzt aufzusuchen, auch schon, wenn die Füße brennen. Wenn Füße extrem trocken seien, könnte dies mitunter an Nervenstörungen liegen. Zum Ausgleich empfahl Werner, mit harnstoffhaltigen Salben die trockene Haut feucht zu halten. Auch warnte der Arzt insbesondere Diabetiker vor Hornhautentfernung mit scharfen Gegenständen: „Bimsstein ist da völlig ausreichend.“ Optimal sei es, sich von Podologen die Füße behandeln zu lassen.

Auch speziell angefertigte Schuhe oder Einlagen könnten helfen, den Druck besser zu verteilen. Letztendlich könne auch ein minimaler chirurgischer Eingriff weiterhelfen. Zum Schluss warnte Werner eindrücklich die Besucher: „Wenn Sie etwas feststellen, gehen sie schnell zum Arzt, denn jeder Tag macht einen Unterschied.“

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©Richter