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Geschlagen, verschleppt und getreten

Amtsgericht verhängt Bewährungsstrafen für Angeklagte Geschlagen, verschleppt und getreten

Wegen gefährlicher Körperverletzung und Freiheitsberaubung mit gefährlicher Körperverletzung hat Richter Michael Pietzek drei Angeklagte zu 24, 15 und 22 Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. Die Angeklagten hatten die Taten in der Verhandlung vor dem Duderstädter Amtsgericht eingeräumt.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Duderstadt. Den 33, 25 und 25 Jahre alten Angeklagten legte die Staatsanwaltschaft zur Last, am frühen Morgen des 7. Dezember 2014 einen zum Tatzeitpunkt 21-Jährigen vor der Halle 19 auf dem Duderstädter Euzenberg geschlagen und getreten zu haben. Danach sei das Opfer zu einem Feld zwischen Duderstadt und Tiftlingerode gefahren worden, wo es erneut Schlägen und Tritten ausgesetzt gewesen sei. Zum Abschluss sei das mittlerweile am Boden liegende Opfer von einem der Angeklagten am Schal nach oben gezogen worden, was zu Luftnot geführt habe. Das Opfer habe außer Prellungen am Körper auch Würgemale am Hals sowie einen Trommelfelldefekt davongetragen.

Wie das Opfer in der Verhandlung aussagte, habe es die Angeklagten, von denen er im Vorfeld nur einen kannte, in einer Duderstädter Diskothek getroffen, wo sich ihm die anderen vorstellten. Später sei er zu einer Geburtstagsfeier in den Räumen einer Tanzschule auf den Euzenberg gegangen. Die Angeklagten seien mit kurzem zeitlichen Abstand gefolgt. Einer der beiden zum Tatzeitpunkt 23-Jährigen habe ihn dann nach draußen gebeten und aufgefordert, sich bei dessen Cousin zu entschuldigen, weil er diesen falsch angesehen hätte. Daraufhin habe ihm der 23-Jährige eine erste Ohrfeige gegeben, wodurch ein Pfeifen im Ohr aufgetreten sei. In der Folge seien die anderen beiden Angeklagten hinzugekommen, von denen einer ihn festgehalten habe. Es folgten Schläge und Tritte vor der Halle und später auf dem Feld. Danach hätte er nach Hause gehen dürfen, was ihm körperlich aber nicht mehr möglich gewesen sei, woraufhin ihn die Angeklagten im Auto zum Busbahnhof in Duderstadt gefahren hätten.

Der Richter erklärte, für die Urteilsfindung sei nicht die Schwere der Verletzungen des Opfers sondern vielmehr die Tatsache entscheidend gewesen, dass das Trio das Opfer gemeinsam zusammengeschlagen, dann verschleppt und auf einem Feld noch einmal zusammengeschlagen habe. Wegen ihrer Vorstrafen hätten der erste und dritte Angeklagte eine Bewährungszeit von drei Jahren auferlegt bekommen, während der zweite im Vorfeld nicht straffällig gewesen sei und die Bewährungszeit deshalb auf zwei Jahre festgelegt worden sei. Alle drei werden darüber hinaus einem Bewährungshelfer unterstellt und müssen 300 Stunden gemeinnützige Arbeit verrichten. Im Anschluss an die Arbeitsstunden soll über den Verein „Ausgleich“ dem Opfer ein Schmerzensgeld von jeweils 2000 Euro zugeteilt werden.

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