Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -4 ° Nebel

Navigation:
Amtsgericht Duderstadt verhängt Freiheitsstrafen über Vater und Sohn

Resignation im Amtsgericht Amtsgericht Duderstadt verhängt Freiheitsstrafen über Vater und Sohn

Zu Freiheitsstrafen auf Bewährung hat Richter Michael Pietzek einen wegen Körperverletzung angeklagten Vater und seinen mitangeklagten Sohn verurteilt. Frühere Straftaten flossen in das Urteil am Montag mit ein.

Voriger Artikel
Leinefelde: Abbieger zu spät bemerkt
Nächster Artikel
Versuchter Einbruch im Pfarrjugendheim Nesselröden
Quelle: dpa (Symbolbild)

Duderstadt. Die noch ausstehende Anhörung eines weiteren Zeugen brachte am letzten Verhandlungstag zunächst keine neuen Erkenntnisse. Vater und Sohn waren angeklagt, am 24. Oktober 2014 nach einer Feier einen Mann geschlagen zu haben.
Gutachter Prof. Wolfgang Grellner von der Universitätsmedizin Göttingen erläuterte die Verletzungen des Geschädigten. Dieser trug demnach Schwellungen an beiden Gesichtshälften davon. Eine stumpfe Gewalteinwirkung, etwa durch Schläge mit der Faust oder flachen Hand, hielt der Gutachter für plausibel. Einen von einigen Zeugen und beiden Angeklagten beschriebenen Sturz gegen die Wand könne er aber nicht erkennen. Besonders die Aussage einer Zeugin, wonach zuerst der Sohn zweimal zuschlug und dann der Vater einmal, hielt der Gutachter für zutreffend.

Ausführlich legte Pietzek noch einmal die Vorstrafen der beiden Angeklagten dar. Auch Körperverletzungen fanden sich in den langen Vorstrafenregistern von Vater und Sohn. Resigniert thematisierte der Richter außerdem die in der Vergangenheit wenig kooperative Haltung der Sohnes. Weder zur Ableistung seiner Sozialstunden noch zu einer ambulanten Therapie seiner Alkoholsucht erschien der 22-Jährige regelmäßig. Gleiches gelte für ein Antiaggressionstraining. In Kombination mit früheren Bewährungsstrafen erhielt der Sohn eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und zwei Monaten. Zudem muss er seine ambulante Therapie und das Antiaggressionstraining fortsetzen. Den Vater verurteilte der Richter zu einer Freiheitsstrafe von drei Monaten und zwei Wochen. Beide Strafen wurden zur Bewährung ausgesetzt. Zudem müssen Vater und Sohn gemeinnützige Arbeit leisten und Schmerzensgeld an den Geschädigten zahlen. Eine gemeinschaftliche Körperverletzung konnte den beiden nicht nachgewiesen werden. Daher blieb es bei jedem bei einer vorsätzlichen Körperverletzung. Der Richter folgte damit den Forderungen der Staatsanwaltschaft. Vor allem mit Blick auf die wiederholte Straffälligkeit beider Angeklagten sei eine mildere Strafe nicht angemessen, so die Einschätzung des Gerichts.

Von Finn Lieske

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Feuerwehrübung in Krebeck

©Richter