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Zeugen sollen aus OP berichten

Falsche Blutgruppe Zeugen sollen aus OP berichten

Der Prozess um die fristlose Kündigung eines als Oberarzt beschäftigten Anästhesisten im Krankenhaus St. Martini in Duderstadt wird fortgesetzt. Ein weiterer Verhandlungstag ist für Donnerstag, 28. April, am Göttinger Arbeitsgericht angesetzt.

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Quelle: dpa (Symbolbilder)

Göttingen / Duderstadt. Als Zeugen sollen der chirurgische Operateur, ein Assistenzarzt, ein Anästhesiepfleger, ein OP-Pfleger und die während der Operation eingesetzte Studentin im praktischen Jahr als Zeugen vernommen werden, kündigt das Gericht an. „Durch die Beweisaufnahme soll geklärt werden, ob der gekündigte Anästhesist tatsächlich für die Transfusion mit der falschen Blutgruppe verantwortlich gemacht werden kann“, heißt es in einer Mitteilung.

Ein Name, zwei Patientinnen

Dem Arzt wird nach Angaben des Arbeitsgerichtes ein schwerer Behandlungsfehler vorgeworfen. Er hatte im Dezember für eine 81 Jahre alte Patientin aufgrund ihres schlechten Gesundheitszustandes während einer Operation eine Eigenblutkonserve angefordert.

Daraufhin hatte das Labor versehentlich die Eigenblutreserve eines anderen Patienten mit gleichen Nachnamen geliefert. Die Patientin starb, nachdem ihr zwei Konserven der falschen Blutgruppe verabreicht worden waren. Daraufhin hatte das Krankenhaus den Arzt fristlos entlassen.

Nach Angaben des Krankenhauses habe der Arzt Klage auf Wiedereinstellung erhoben, da seine Kündigung aufgrund einer fehlenden Abmahnung unwirksam sei. Der Arzt behauptet, während der Operation einen Pfleger angewiesen zu haben, zunächst keine Transfusion vorzunehmen, nachdem er die nötigen Tests vorgenommen habe. Zudem sei die Verwechslung auch auf ein Organisationsverschulden des Krankenhauses zurückzuführen.

Das Krankenhaus sieht hingegen den Arzt in der Verantwortung, da dieser den vorgeschriebenen Bedside-Test, eine Verträglichkeitsüberprüfung am Krankenbett, nicht vorgenommen habe. Ein solch schwerwiegender Verstoß gegen „geltende Bestimmungen zu Transfusionen im St.-Martini-Krankenhaus“ rechtfertige eine fristlose Kündigung - unabhängig von der strafrechtlichen Bewertung des Falles, argumentiert das Krankenhaus.

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©Richter