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Anbau für Krippenkinder ergänzt Kindergarten

Richtfest im Ortskern Anbau für Krippenkinder ergänzt Kindergarten

Frühlingsanfang, eitel Sonnenschein und strahlende Gesichter, aus Kinderkehlen erklingt der Klassiker von den fleißigen Handwerkern, der Schnaps der Zimmerleute beim traditionellen Richtspruch bleibt im Vorschulbereich didaktische Ausnahme: Die Streitereien im Vorfeld schienen vergessen, als am Montag im Ortskern Nesselröden Richtfest am Kindergarten gefeiert wurde. In dem massiven Anbau, über dem der Richtkranz wehte, werden ab August 15 Kinder im Alter bis zu drei Jahren betreut.

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Sanfte Landung nach politischer Rutschpartie: Am Nesselröder Kindergarten wird der Krippenraum-Anbau gerichtet.

Quelle: Blank

Bis dahin soll auch die Sanierung des Kindergartengebäudes abgeschlossen sein. Die regulären Gruppen, die als Übergangslösung in der benachbarten ehemaligen Schule einquartiert sind, ziehen dann wieder zurück. Für alle 15 Krippenplätze gebe es bereits Voranmeldungen – neben Nesselröden und Werxhausen auch aus Tiftlingerode, Duderstadt und Gerblingerode – bestätigt Kindergarten-Leiterin Martina Kujoth. Nach Duderstadt, Breitenberg und Nesselröden ist eine vierte Krippengruppe in Gerblingerode geplant

Im Vorfeld des Nesselröder Bauprojektes hatte es Irritationen und Streit um die Sanierung des Fachwerkgebäudes oder einen Neubau, um Denkmalschutz und Kosten gegeben (Tageblatt berichtete). Auch die Trägerschaft der katholischen Kirchengemeine habe in Frage gestanden, sagte Manfred Braun vom Kirchenvorstand beim Richtfest, erinnerte an die „unterschiedlichen Interessenlagen und Überlegungen, viele Gespräche und den Knackpunkt Denkmalschutz“. Gemeinsam mit der Stadt sei es gelungen, ein genehmigungsfähiges Vorhaben zu konzipieren und die Finanzierung sicherzustellen. „Statt Neubau oder Sanierung gibt es jetzt Neubau und Sanierung am Standort mitten im Dorf“, umschrieb Duderstadts Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU) die „richtige Entscheidung“.

Das Geld dafür stammt aus mehreren Töpfen. Von den mehr als einer Million Euro Gesamtkosten für Kindergarten-Sanierung und Krippen-Anbau kommen 230 000 Euro aus dem Konjunkturprogramm von Bund und Land, zusätzlich 391 000 Euro vom Land Niedersachsen, 235 000 Euro aus der Kirchenschatulle, 164 000 Euro aus der Stadt- und 154 000 Euro aus der Kreiskasse.

Ortsbürgermeister Josef Nolte (CDU) freute sich über den „Kompromiss, der gefunden wurde“, und die Entscheidung für Nesselröden als größtes Dorf im Stadtgebiet statt einer zweiten Krippengruppe in der Kernstadt. Zugleich räumte er ein, er habe sich erst von der Notwendigkeit von Krippen, die er lange als Relikt aus DDR-Zeiten betrachtet habe, überzeugen lassen müssen. Für Erheiterung sorgte der stellvertretende Landrat Lothar Koch (CDU) mit seinem bevölkerungspolitischen Appell an die Eltern am Tag des Frühlingsbeginns: „Und setzt noch ein paar Kinder in die Welt, damit wir hier nicht auf Sand gebaut haben.“

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