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Angstfrei und auf eigenem Weg

Gleichstellungsbeauftragte und Pastorin ermutigen Frauen Angstfrei und auf eigenem Weg

Die Gleichberechtigung von Mann und Frau, die Gleichverteilung von Arbeit und Geld und ein freies Leben ohne Gewalt – auch in Duderstadt haben am Dienstag Frauen auf ihre Belange aufmerksam gemacht. Sie folgten der Einladung der Stadt Duderstadt und des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) zum Frauenfrühstück.

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Im Bürgersaal des Rathauses hörten rund 200 Teilnehmerinnen des Frühstücks zum Weltfrauentag mahnende Worte von Evelyn Stellhorn.

Quelle: NR

Duderstadt. Im Bürgersaal des Rathauses hörten rund 200 Teilnehmerinnen des Frühstücks zum Weltfrauentag mahnende Worte von Evelyn Stellhorn. Die Gleichstellungsbeauftragte wies darauf hin, dass rund 30 Prozent aller Frauen im Laufe ihres Lebens Gewalt erführen – auch in Deutschland. Zur Anzeige komme es Statistiken zufolge nur zu einem geringen Prozentsatz. Der Hauptgrund: Mehr als die Hälfte der Frauen gebe an, die Tat nicht als schwerwiegend anzusehen.

Staat und Zivilgesellschaft sind gefordert

Dafür zu sorgen dass Frauen und Mädchen sich angstfrei bewegen könnten, sei Aufgabe von Staat und Zivilgesellschaft, sagte Stellhorn. Die Übergriffe in der Silvesternacht hätten gezeigt, dass eine neue Form von Gewalt erreicht sei. In diesem Zusammenhang appellierte sie an die zuhörenden Frauen, Migranten nicht unter Generalverdacht zu stellen.

Das Thema Migration griff auch Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU) auf und forderte zu „Eichsfelder Gastlichkeit“ auf. Die veränderte Situation bringe mit sich, dass Männern mit auf den Weg gegeben werden müsse, dass Frauen in Deutschland „selbstverständlich gleichberechtigt“ seien – und sich die Männer an die entsprechenden „Spielregeln“ zu halten hätten. Gewalttäter missbrauchten ihr Gastrecht, sagte Nolte. Wer dies tue, dem müsse „schnell ein Ticket in die Heimat gelöst“ werden.

Der Bürgermeister lobte, mit welchem Engagement sich viele Frauen im Beruf, in der Familie und im Ehrenamt einsetzten. Beispielhaft hob er die Arbeit in der Flüchtlingshilfe, in Kirchen, Sportvereinen oder Feuerwehren hervor.

"Als Gott den Mann schuf, übte sie noch"

Als „großartige Frau“ stellte er Pastorin Christina Abel vor, die den diesjährigen Vortrag zum Frühstück hielt. Sie ermöglichte einen Einblick in ihren Werdegang vom Mädchen mit dem Traum, Pastorin zu werden bis hin zur Frau in einem Männerberuf. „Die Chance der Frau liegt darin, ihren eigenen Weg zu gehen“, ermutigte sie dazu.

Außerdem erzählte sie eine Geschichte, mit der sie an einen Aufkleber anspielte, den sie mit 18 auf ihrem „klapprigen roten Golf“ gehabt habe: „Als Gott den Mann schuf, übte sie noch“, habe daraufgestanden, sagte sie lachend – und entschuldigte sich bei den wenigen anwesenden Männern. In der Geschichte ist es eine Frau mit dem Namen „G. Ott“, die einer Suchenden die Tür öffnet. Die Vorstellung, in Gott so etwas wie eine gute Freundin zu sehen, schien den Zuhörerinnen zu gefallen. Viele nickten bei den Worten Abels, bevor sie sich beim Frühstück, bei Tanz und Gesang einen schönen Vormittag machten.

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©Richter