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Initiative kämpft für vollen Jahrgang

Anmeldetage an der IGS stehen bevor Initiative kämpft für vollen Jahrgang

"Jetzt Anmeldetermine vormerken", wirbt die IGS Duderstadt in einer Anzeigenkampagne unter anderem für den Tag der offenen Tür. Nicht trotz, sondern wegen der wackeligen Situation der IGS versuchen Eltern und Schule, möglichst viele Anmeldungen zu erhalten.

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Quelle: AIB

Duderstadt. Einer, der sich seit dem Aufkommen der ersten Meldungen, das Bistum Hildesheim schließe die IGS, für den Verbleib einsetzt, ist Oliver Brunotte. Ungewöhnlich, eigentlich: Ein Neu-Göttinger aus der Harzregion macht sich stark für eine Schule in Duderstadt. "Seit den ersten Noten, die mein Sohn in der Grundschule bekam, bin ich auf der Suche nach einer IGS für ihn", begründet Brunotte. "Linus ist ein cleverer Junge. Aber manchmal hat er einfach keine Lust zu lernen", erzählt der Vater dreier Kinder über seinen Ältesten.

Mit dem Leistungsdruck im Gymnasium werde der Junge voraussichtlich ebensowienig klarkommen wie mit der Unterforderung im Unterricht einer Haupt- oder Realschule, schätzt Brunotte seinen Sohn ein. Dabei wolle er beides für ihn: "Bestmögliche Förderung und die Chance, das Abitur zu machen, ohne dass ich ihn nach Klasse 4 bereits in eine der ,Schubladen` stecken muss."

In der Integrierten Gesamtschule schien er die richtige Schule für sein Kind gefunden zu haben: Gemeinsames Lernen ohne Druck und Sitzenbleiben, dafür mit individueller Förderung bis Klasse 10 - So stellt sich Brunotte das Lernen an einer IGS vor.  Wer welchen Abschluss bekomme, entscheide sich erst, wenn die Schüler reifer seien. Das lobt Brunotte ebenso am Konzept der Schule wie die Förderung von Sozialkompetenzen.
So rosarot die IGS-Welt in seiner Schilderung daherkommt: Für Brunotte und seine Familie gibt es ein Problem: " Wir wohnen in Wulften", bringt er es auf den Punkt. "Hier gibt es solche Schulen nicht." In der Stadt Göttingen seien gleich vier gute Gesamtschulen zu finden - aber auf dem Land sehe die Lage anders aus. Nicht nur im Eichsfeld. Auch in Osterode und Northeim, wo sich der Vater ebenfalls engagiert hatte, als eine IGS hätte entstehen können.

Als eine Kindergartenfreundin des Sohnes Positives aus Duderstadt berichtet habe, sei er in die Recherche über die St.-Ursula-Schule eingestiegen, sagt Brunotte. Trotz der Vorbehalte gegen Schulgeld und kirchliche Trägerschaft habe ihn das Konzept überzeugt. Als dann auch noch Linus nach einem Schnuppertag entschied, er wolle nach Duderstadt, sei die Sache klar gewesen. Dann gab das Bistum bekannt, dass es die Schule nicht länger tragen könne.

Nachdem nun das Bistum der Schule ein weiteres Jahr Zeit gegeben und die Zusage erteilt habe, alle Schüler bis zur Klasse 10 zu führen, macht sich der Vater wieder Hoffnungen. Gespannt blickt er auch der Sitzung des Kreistages entgegen, in der über die Situation an der IGS diskutiert werden soll. Bisher stand es schlecht um eine Kreistagsmehrheit für eine neue Integrative Gesamtschule am Standort Duderstadt. Eine Übernahme der Schulträgerschaft hatte Kreisschuldezernent Marcel Riethig als schulrechtlich nicht möglich bezeichnet.

Wie der Landtagsabgeordnete Lothar Koch (CDU) appelliert nun auch Brunotte an Eltern in der Region, das Angebot des Bistums wahrzunehmen und Kinder anzumelden. Gelegenheit dazu gibt es in der Woche von Montag, 24. April, bis Sonnabend, 29. April. Zum Abschluss der Anmeldewoche präsentiert sich die St.-Ursula-Schule mit einem Tag der offenen Tür. Aktuell, so Brunotte, gebe es bereits mehr als 25 Anmeldungen für Fünftklässler im nächsten Jahrgang.

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Von Redakteur Nadine Eckermann

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