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Anreischken in Duderstadt werden weniger 

 Frage nach Neuauflage Anreischken in Duderstadt werden weniger 

Im Jahr 2003 bevölkerten sie die ganze Innenstadt: die überlebensgroßen Kunststoff-Anreischken. Nicht nur an besonderen Orten wie vor dem historischen Rathaus oder bei der Heinz-Sielmann-Stiftung auf Gut Herbigshagen, sondern auch vor zahlreichen Duderstädter Geschäften wachte die Symbolfigur der Brehmestadt, jeweils im passenden Outfit: vor dem Tageblatt in Tageblatt-blau mit einer Zeitung in der Hand, vor dem Bürgerbüro im Stadthaus mit vielen Bürger-Porträts auf dem Gewand.

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Auch ein Opfer mutwilliger Zerstörung: Der Anreischke vor der Tageblatt-Geschäftsstelle.

Quelle: Richter

Duderstadt. Initiator der Aktion war damals Ottobock-Chef Hans Georg Näder, hergestellt wurden die Kunststoff-Rohlinge des Anreischke von Studio 1 in Heiligenstadt.

Das individuelle Outfit verpasste ihnen der Duderstädter Kunstmaler Ernst Axel Wolf.
Heute hat sich die Zahl der Anreischken deutlich reduziert. „Einige Figuren sind nach Stürzen bei Unwetter zerbrochen oder mutwillig zerstört worden, der vom Kindergarten St. Raphael ist geklaut worden”, kennt Wolf das Schicksal einiger seiner „Zöglinge”. Manche seien wegen Geschäftsaufgaben verschwunden, aber einige würden auch heute noch an ihren angestammten Plätzen stehen wie der vorm Bürgerbüro oder der beim Reitcenter Fredershausen.

„Mit den Anreischken fand eine Identifikation statt, die sich auch touristisch gut vermarkten ließ”, bedauert Gerald Werner als Vertreter der Stadt Duderstadt den Rückzug der Figuren. Wo der Zahn der Zeit nage, sei es natürlich auch eine Kostenfrage für die jeweiligen Geschäftsinhaber, sich einen neuen Anreischke herstellen zu lassen.

Nicht nur die Kosten, sondern auch die Frage nach der Aufstellung geben Hubertus Werner, Vorsitzender des Treffpunkt Stadtmarketing, zu denken. „Einerseits sind Aufsteller in der Fußgängerzone nicht erlaubt, andererseits stehen die großen Anreischken vor den Geschäften. Da müsste es eine einheitliche Regelung geben”, betont er.

Eine Neuauflage der Figuren sei recht aufwendig, sagt Ralf Halbhuber, Geschäftsführer von Studio 1. „Die ehemalige Gussform für die Kunststoffkörper ist sozusagen verbraucht. Es müsste eine neue Form hergestellt werden, daher würde sich eine Neuauflage der Anreischken erst ab etwa 15 Stück lohnen”, erklärt er.

Kunstmaler Wolf hat nach mehr als 30 bemalten Figuren jedenfalls noch nicht die Nase voll vom Anreischke. „Klar, ich wäre voll dabei”, hofft er auf weitere bärtige Gesellen als Wahrzeichen der Stadt.

Von Claudia Nachtwey

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