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Arbeitsgemeinschaft untersucht Strukturwandel in der Landwirtschaft

Vom Ochsenkarren zum Hightech-Schlepper Arbeitsgemeinschaft untersucht Strukturwandel in der Landwirtschaft

Die Arbeitsgemeinschaft für Südniedersächsische Heimatforschung traf sich im Obernfelder Heimatmuseum. Georg Kopp, Vorsitzender des Museums-Fördervereins, nahm die 20-köpfige Gruppe in Empfang und führte sie durch die Ausstellungsräume.

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Kuhgespann um 1955.

Quelle: EF

Obernfeld. Doch nicht nur nostalgische Erinnerungen an eine Zeit der Ochsenkarren in der Landwirtschaft lockte die Besucher. Die Arbeitsgemeinschaft hat sich die Untersuchung des Strukturwandels sowie dessen Folgen auf die Fahnen geschrieben. Dazu werden einerseits Museen und Sammlungen zu landwirtschaftlichen Themen besucht, andererseits werden Fragebögen an Landwirte, auch ehemalige, verteilt, um den Wandel seit 1945 zu beleuchten.

„Die Zeitzeugen, die wir befragen können, werden immer weniger“, bedauerte Dietrich Denecke, Professor für historische Geografie in Göttingen. Richard Hartwig, der selbst eine private Sammlung zu diesem Thema in Brunsen bei Einbeck betreibt, bestätigte: „Heute gibt es doch kaum noch Leute, die die alten Werkzeuge und Geräte bedienen können.“ Auch in Museen sei beobachtet worden, dass Exponate mit lediglich entsprechender Bezeichnung nicht mehr ausreichen würden, um ein historisches Bild von der Landwirtschaft zu vermitteln, da heute kaum jemand wisse, was mit den Geräten gemacht wurde. Umfassendere Informationen seien nötig, um Wissen zu bewahren.

Gerald Könecke, Leiter der Kommission Volkskunde der Arbeitsgemeinschaft, wies darauf hin, dass die Auswertung der Fragebögen noch bis zum Herbst fortlaufen würde. Die Fragen selbst beziehen sich nicht nur auf den maschinellen Wandel und auf die Produkte, die angebaut wurden, sondern auch auf personelle und hauswirtschaftliche Aspekte. „Bis wann wurde mit der Sense gemäht, bis wann waren Pferde auf dem Hof, bis wann wurde Sauerkraut selbst hergestellt?“, lauten beispielsweise die Fragen. Nach der Auswertung sollen Rückschlüsse gezogen werden, die neben der Preisentwicklung von Ackerland oder von Lebensmitteln auch einen Blick in die Zukunft werfen lassen. „Der Strukturwandel ist ja nicht abgeschlossen. Eine zweite landwirtschaftliche Revolution nach 1950 gab es ab 2000 mit den Energieanlagen“, erklärte Könecke.

Auch Fragen, was aus den ehemaligen Landwirten wurde, die ihren Hof aufgaben oder nur noch als Nebenerwerb betrieben, kamen auf den Tisch. Zeitzeugen, die den Strukturwandel nach dem Zweiten Weltkrieg noch miterlebt haben, werden von der Arbeitsgemeinschaft aufgerufen, den Fragebogen auszufüllen. Dieser ist online unter ash.dabakus.de herunterzuladen oder auf Anfrage bei Gerald Könecke unter Telefon 0 55 03/ 91 171 zu bekommen. Zudem werden Film- oder Tagebuchaufzeichnungen von Menschen gesucht, die in der Zeit des Umbruchs nach 1945 in der Landwirtschaft tätig waren.

Von Claudia Nachtwey

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