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Architekturbüro Kwoczek übergibt Schlüssel der Marktstraße 9 an die Sparkasse Duderstadt

Schmuckstück mit Berliner Hinterhof Architekturbüro Kwoczek übergibt Schlüssel der Marktstraße 9 an die Sparkasse Duderstadt

„Ein Riesengeschenk an die Stadt und die Region“ hat Duderstadts Bürgermeister Wolfgang Nolte die sanierte Immobilie in der Marktstraße 9 anlässlich der Schlüsselübergabe am Freitag genannt. Sparkassendirektor Alfons Wüstefeld ging in seiner Ansprache auf die besondere Geschichte des Hauses ein.

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Nach der umfassenden Sanierung präsentiert sich das Gebäude in der Marktstraße 9 mit seiner Jugendstilfassade als architektonisches Schmuckstück.

Quelle: Franke

Duderstadt. „Im Duderstädter Häuserbuch können die Eigentümer beziehungsweise Bewohner dieser Immobilie seit 1585 nachvollzogen werden, darunter die Familie Löwenthal, die 1941 nach Riga und Auschwitz deportiert und dort von den Nazis ermordet wurde. Stolpersteine im Gehweg vor dem Haus erinnern an die ehemaligen jüdischen Mitbürger.“

Das Ensemble, wie es heute zu sehen ist, entstand im frühen 20. Jahrhundert – nach den großen Bränden 1911. Die Vorzüge des „Tettau-Ensembles“, zu dem der Berliner Regierungsbaumeister Freiherr Wilhelm von Tettau seinerzeit die Pläne lieferte und zu dem das Haus gehört, betonte das Architekturbüro Kwoczek bei der Sanierung, die am 31. Juli dieses Jahres begann. „Die ursprünglichen Elemente, die wir gefunden haben, wie Stiltüren und Treppenhaus, haben wir erhalten“, berichtet Diplom-Ingenieur Holger Kwoczek. Dabei habe vor allem die Zusammenarbeit mit dem Bauamt und der Denkmalpflege sowie auch mit den 15 Gewerken und den zukünftigen Mietern für einen reibungslosen Ablauf gesorgt.

Während die oberen beiden Etagen privat vermietet sind, werden die unteren zwei gewerblich genutzt. Hierher kehrt zum Februar das Eichsfelder Tageblatt an seinen ehemaligen Standort zurück. „Damit wollen wir noch mehr Präsenz vor Ort zeigen“, erklärt Tageblatt-Geschäftsführer Uwe ­ Graells. „Eine Tageszeitung gehört mitten in die Kernstadt.“ Da will auch Kai Seeger wohnen, der als Hundertschaftsführer zur Bundespolizei nach Duderstadt versetzt wurde und in die oberen Etagen einzieht. „Hier zahle ich genauso viel Miete wie in Stuttgart, dafür ist die Wohnung doppelt so groß.“ Über diese Aussage freute sich vor allem der Bürgermeister, der forderte, dass Bund und Länder die Städtebauförderung unbedingt weiterentwickeln müssen. Denn auch Wüstefeld betonte, dass ohne dieses Konjunkturprogramm eine solche Investition nicht umsetzbar wäre, denn das Finanzunternehmen habe neben dem Kaufpreis rund 450 000 Euro in das Objekt investiert.

Dass sich die Investition auch aus denkmalpflegerischer Sicht gelohnt hat, bestätigt Dr. Hermann Tallau, Vorsitzender des Förderkreises für Denkmal- und Stadtbildpflege: „Es ist ein Schmuckstück geworden.Die Hinteransicht des Gebäudes gibt einem zum Beispiel das Gefühl, in einem Berliner Hinterhof zu stehen.“

Von Rüdiger Franke

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