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Association Progrès wirft Militärpfarrer Ramisch "rassistische Hetze" vor

Hüpstedt Association Progrès wirft Militärpfarrer Ramisch "rassistische Hetze" vor

Association Progrès erhebt schwere Vorwürfe gegen Militärpfarrer Markus Ramisch. Der ehemalige Pfarrer der St.-Martin-Gemeinde hatte dort am Sonntag den Gottesdienst gefeiert. In seiner Predigt, so der Vorwurf der politischen Gruppe aus dem Eichsfeld, soll "rassistische Hetze" geäußert worden sein. Ramisch hingegen glaubt, missverstanden worden zu sein. Er habe über den fünften Fastensonntag und das Verhüllen, um besser zu verstehen, gesprochen.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Hüpstedt. Tatsächlich habe er seinen Gottesdienst in der Hüpstedter Kirche eingeleitet mit einem provokanten Zitat: „Als ich in die hessische Gemeinde Stadtallendorf versetzt wurde, riet mir ein Soldat, ich solle nicht nach ‚Ali-Town‘ ziehen“, gibt Association Progrès den Wortlaut wieder. "Ich habe damit den Soldaten zitiert", verteidigt sich Ramisch, der mit dem Satz eine Überleitung schaffen wollte zum Thema Islam. Association Progrès legt dies anders aus: "Ohne Scham und mit viel Enthusiasmus zog der Vertretungspfarrer ein Vorurteil nach dem anderen aus seiner – wahrscheinlich gut gefüllten – Schublade."

Weiterhin werfen die Schreiber eines Eintrages auf dem Blog von Association Progrès Ramisch vor, er habe "Heimatverbundenheit" oder "Eichsfelder Werte" dem Wertekanon des Islam gegenübergestellt, dessen Frauen- und Wertebild, mit dem westlicher Gesellschaften nicht vereinbar sei. Darüber habe er mit Landrat Werner Henning (CDU) bei einem gemeinsamen Besuch eines Heimatmuseums gesprochen. Ramisch bestätigt das Gespräch und auch den Inhalt. Allerdings sei der Kontext des Islams hinzugedichtet worden. "Das hatte mit dem Thema Islam nichts mehr zu tun", rechtfertigte er sich. Er habe die Gemeinde auf die Gedankenspiele zur Gebietsreform aufmerksam machen wollen.

Tatsächlich habe er in seiner Predigt davon gesprochen, dass die Verhüllung der Frau nach den Regeln des Islam manchmal zum Gegenteil führe: Statt die Blicke abzulenken von der Schönheit der Frau, könne die Verhüllung erst recht neugierig machen auf die Reize - und somit das Hinschauen befördern. In diesem Zusammenhang habe er gesagt, der Vorwurf eines abwertenden Frauenbildes sei "sicher nicht unberechtigt", so Ramisch.

Association Progrès wirft Ramisch "blanken Menschenhass" vor. "Das ist schon heftig", kommentierte der Pfarrer, der im Anschluss an den Sonntagsgottesdienst "keinerlei Kritik" gehört haben will. Association Progrès schreibt dagegen von "vielen empörten Stimmen", die laut geworden seien.

Islamkritik sei derzeit gesamtgesellschaftlich spürbar, auch im Eichsfeld, so die Organisation. "Dass es gerade im Eichsfeld Probleme im Umgang mit nicht biodeutschen Menschen gibt, ist keine Neuigkeit." Neu sei, dass ein Kirchenvertreter "Stimmung gegen anders- oder nichtgläubige Menschen" betreibe. Dies sei ein "Skandal". Die Gruppe kündigte an, weiter beobachten zu wollen, wie sich die katholische Kirche im Eichsfeld positioniere. Im Falle des Sonntagsgottesdienstes in Hüpstedt sei das Bistum Erfurt bereits informiert. Ramisch war darüber am Dienstag ebensowenig informiert wie über die gegen ihn erhobenen Vorwürfe. "Ich bin überrascht. Bisher habe ich nie Anfeindungen erlebt."

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©Richter