Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Aufmerksamkeit durch Aufkleber

Landwirte haben es satt, dass ihre Produkte unter Wert verkauft werden Aufmerksamkeit durch Aufkleber

Milch zum Centpreis pro Liter, Fleisch im Sonderangebot: Mit einer Stickeraktion haben die „Jungen Landwirte“ am Sonnabend Verbraucher in der Region darauf aufmerksam machen wollen, dass die derzeitigen Lebensmittel-Preise den eigentlichen Wert der Produkte missachteten.

Voriger Artikel
Geburtenzuwachs von 100 Prozent
Nächster Artikel
Güntzler lehnt Obergrenze ab

Tobi Eckermann, Jan Warnecke, Andrea Meyer-Biermann, Basti Hövener, Sebastian Fahrenholz, Larissa Trutwig, Niklas Klingebiel, Louis Stange, Wiebke Wollenweber, Andreas Nolte, Alexander Bretschneider, Jan Riemenschneider (von links).

Quelle: ne

Duderstadt. Ein Sonderangebot! – Diesen Eindruck erweckten Aufkleber, die sich am Sonnabend auf Produkten in Supermärkten in der ganzen Region befanden – jedenfalls auf den ersten Blick. Denn beim genaueren Hinsehen offenbarten sie genau das Gegenteil: „Ich bin mehr wert als du bezahlen musst“, stand auf den ovalen Stickern in leuchtendem Pink.

Mit diesem Slogan wollten die „Jungen Landwirte“, Mitglieder eines bäuerlichen Arbeitskreises in der Region, auf ein Problem aufmerksam machen, das die Bauern umtreibt: Die niedrigen Preise, die in Discount-Supermärkten für Produkte aus der Landwirtschaft verlangt würden, spiegelten nicht deren eigentlichen Wert wider. Damit verdienten die Landwirte weniger als eigentlich nötig wäre.

Milch, Eier, Fleisch, Mehl - Alles zu billig

Betroffen seien nicht nur Milchprodukte, über die seit dem Wegfall der Quote heiß diskutiert würde, erklärt Andrea Meyer-Biermann, die die Aktion initiierte. Auch Fleisch, Eier, Mehl und Zucker seien mehr wert als dafür verlangt werde.

„Mit Hilfe der Aufkleber sorgen wir für Aufmerksamkeit“, glaubt die Landwirtin, die am Sonnabend gemeinsam mit elf Mitstreitern in Discount-Märkten in Göttingen, Gieboldehausen und Duderstadt unterwegs war, um Produkte mit Aufklebern zu versehen. Angemeldet hatten die Jungen Landwirte ihre Aktion zuvor nicht – zu häufig wäre ihnen von den Zentralen ein Verbot erteilt worden, glauben sie.

Die Entwicklung zeigt: Landwirte verdienen immer weniger.

Quelle: Thünen-Institut

Stattdessen betraten sie unangekündigt Laden für Laden – ausgestattet mit Stickern und gekleidet in leuchtend gelbe Western, die mit einem zweiten Mottospruch der Landwirte versehen waren: „Wir machen Euch satt!“ Die Reaktionen der Filialleiter seien sehr unterschiedlich ausgefallen, berichtete ein Teilnehmer der Aktion im Nachhinein. Anzeigen wegen Sachbeschädigung habe es aber keine gegeben.

Qualität werde nicht wertgeschätzt 

Die Aufkleber-Aktion diene dazu, die Aufmerksamkeit der Filialisten und der Kunden auf das Problem zu lenken, erklärt Meyer-Biermann: „Die gute Qualität unserer Erzeugnisse wird durch die niedrigen Verkaufspreise nicht wertgeschätzt“, bringt sie auf den Punkt, was die Jungen Landwirte anprangern. „Der Lebensmitteleinzelhandel nutzt gerade diese Produkte, um über Sonderangebote die Kunden in den Laden zu locken.“

Schweinefleisch im Sonderangebot

Ein Beispiel sei das Schweinefleisch: „Mehr als zwei Drittel gehen als Sonderangebot über die Theke“, erklärt Mitorganisator Andreas Nolte. „Wir Junglandwirte fordern die Supermärkte auf, mit dieser Praxis aufzuhören“, sagt er. Außerdem appelliert er an die Verbraucher: „Messen Sie unseren Produkten einen höheren Stellenwert bei.“

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Herbstfest in Rhumspringe

©Richter