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Schulleiter befürchten Auswirkungen

Aus für IGS in Duderstadt Schulleiter befürchten Auswirkungen

Wie wirkt sich die Schließung der Integrierten Gesamtschule (IGS) St. Ursula auf die künftige Schulsituation und den Inklusiven Campus aus? Mit dieser Frage hat sich auf Antrag der SPD der Schulausschuss befasst. Eine einfache Antwort gibt es darauf noch nicht, aber viele Befindlichkeiten und Ängste.

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Quelle: Richter/Archiv

Duderstadt. Das wurde auch in den Plädoyers der Duderstädter Schulleiter im Fachausschuss deutlich. „Die bestehende Schullandschaft in Frage zu stellen, ist der falsche Weg“, sagte Realschulrektor Stefan Hoppe: „Wir brauchen Verlässlichkeit, die Eltern sind vom Konzept der Schule überzeugt, die Schülerzahlen stabil.“ Die Zusammenlegung von Haupt- und Realschule zu einer Oberschule mache keinen Sinn und würde die Orientierung der Eltern in Richtung Gymnasium und Kooperative Gesamtschule (KGS) in Gieboldehausen verstärken. Eine Auflösung der Hauptschule wäre kontraproduktiv, meinte Franziska Stollberg. Die Leiterin der Astrid-Lindgren-Schule führte unter anderem kleine Klassen auf, die viele Schüler auffangen würden. Das Eichsfeldgymnasium stehe nicht im Fokus, begründete Thomas Nebenführ die Zurückhaltung des Gymnasiums bei dem Thema. Zugleich hob er die gute Kooperation mit der Realschule hervor, die sich bewährt habe: „Wir sind um hohe Durchlässigkeit bemüht.“

Elternvertreter enttäuscht

Vom Bistum enttäuscht und vom Landkreis beiseite geschoben fühlt sich IGS-Elternvertreter Ulrich van Almsick. Die IGS verwirkliche bereits, was die Inklusion anstrebe, sei ein Zukunftsmodell und für die Schullandschaft im Raum Duderstadt unverzichtbar. Auf eine langfristige Lösung für den östlichen Landkreis drängte auch Doris Glahn (SPD). Die KGS in Gieboldehausen und in  Bad Lauterberg platze aus allen Nähten, Duderstadt brauche eine IGS als Schulform, meinte Marliese Frisch-Dvorák (Grüne). Das bedauernswerte Aus für die St.-Ursula-Schule lasse nur die Möglichkeit, die künftigen Schüler an staatlichen Schulen aufzunehmen, merkte Lothar Dinges (WDB) an. „Der Landkreis wird und kann die IGS-Trägerschaft nicht vom Bistum übernehmen“, stellte Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU) noch einmal klar.  Theoretisch sei die Neugründung einer IGS möglich – „und wenn, dann vierzügig und auf Dauer angelegt“. Zuständig dafür sei der Landkreis, entscheidend die Willensbildung des Kreistags.
Die CDU-Kreistagsfraktion plädiert in einer Pressemitteilung zur Schullandschaft für den  Fortbestand der Gymnasien Herzberg und Osterode sowie der KGS Bad Lauterberg im östlichen Landkreis. Es werde keine Notwendigkeit gesehen, dass der Kreis die Trägerschaft der St.-Ursula-Schule übernehmen solle. Das Bistum stehe in Verantwortung, die Schule nicht von heute auf morgen zu schließen.

St.-Ursula-Schule läuft 2021 aus

Der Landkreis übernimmt nicht die Trägerschaft für die St.-Ursula-Schule, zum neuen Schuljahr werden dort keine Schüler mehr aufgenommen, die vorhandenen Jahrgänge weiter beschult.  Das bestätigt noch einmal Bistumssprecher Volker Bauerfeld: „Um andere Schulen zu entlasten, wäre das Bistum auch zur Aufnahme neuer Fünftklässler bereit gewesen. Das ist nach Rücksprache mit dem Landkreis aber nicht erforderlich. Der letzte Jahrgang wird im Schuljahr 2021/22 entlassen.“  Der Kreis könne nicht die Schule eines freien Trägers übernehmen, aber eine neue Schule einrichten, sagt Schuldezernent Marcel Riethig. Zurzeit zeichne sich allerdings weder eine neue IGS noch eine Oberschule in Duderstadt ab, für die Haupt- und Realschule aufgehoben werden müssten. Künftige Schüler müssten die vorhandenen weiterführenden Schulen anwählen. Riethig geht davon aus, dass frei werdende Räume an der St.-Ursula-Schule von staatlichen Klassen genutzt werden können und will darüber mit den Ursulinen als Vermieter verhandeln.

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