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Ausstellung „Close-up Cuba“ nicht mehr in HGN-Kunsthalle

„Goodbye my Love“ Ausstellung „Close-up Cuba“ nicht mehr in HGN-Kunsthalle

Wenn Ronny Kiebler und Peter Moors aus Berlin anreisen, bewegt sich etwas in der HGN-Kunsthalle am Karl-Wüstefeld-Weg. Seit Mai 2014 war hier die Ausstellung „Close-up Cuba“ zu sehen, und damit die fünfte Präsentation hochwertiger Kunst aus der Privat-Sammlung des Ottobock-Chefs Hans Georg Näder. Nun ist nach zweimaliger Verlängerung  Schluss mit Kuba am Duderstädter Suhlberg, um Platz für Neues zu schaffen.

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Peter Moors und Ronny Kiebler (v. l.) verpacken die Kuba-Kunst fachgerecht und schaffen Platz für die nächste Ausstellung.

Quelle: Richter

Duderstadt. Dass die Arbeiten der zeitgenössischen kubanischen Künstler, darunter großflächige Bilder, Fotografien, lebensgroße Skulpturen und mehrteilige Installationen, nicht einfach in irgendwelchen Umzugskartons verstaut werden, versteht sich.

Auf fachgerechten Kunsttransport haben sich Kiebler und Moors spezialisiert. „Seit der ersten Ausstellung in der HGN-Kunsthalle sind die beiden für den Auf- und Abbau sowie für die fachgerechte Aufhängung verantwortlich“, erklärt Sicherheits-Chef Leif Jakobson. Jedes Bild komme in eine Spezialverpackung, die sowohl vor Stößen beim Transport als auch vor Umwelteinflüssen wie Licht oder Staub schützen soll.

Schwieriger wird es beim Abbau der acht herzförmigen Flugzeuge mit jeweils 45 Kilo Gewicht und vier Metern Spannweite, die in acht Metern Höhe an der Decke der Kunsthalle hängen. Die Flieger-Installation, die der Künstler Esterio Segura Mora „Goodbye my Love“ nannte, wird erst auf dem Boden der Halle landen, wenn die übrigen Werke sich schon auf dem Weg in Näders Kunstlager befinden.

„Nein, ein Lehrberuf ist der Kunsttransport nicht“

„Dort oben kommen wir nur mit einem Scherenhubwagen ran“, erklärt Jakobson, der bei Kunst in dieser Größenordnung auch mit anpacken darf. „Die Flugzeuge sind aus robustem Material, da kann nicht viel kaputt gehen“, sagt er augenzwinkernd. Die Stahlunterkonstruktion, welche die Flugzeuge sicher über den Köpfen der Besucher der Kuba-Ausstellung schweben ließ, sei so konzipiert, dass sie auch für weitere Ausstellungen benutzt werden könne, sagt Jakobson.

„Nein, ein Lehrberuf ist der Kunsttransport nicht“, sagt Fachmann Kiebler lachend. Über den Messebau seien er und sein Kollege Moors zunehmend auch an Aufträge von Museen gekommen. So habe man mit der Zeit viele Erfahrungen gesammelt und sich auf Verpackung und den Transport von Kunstwerken spezialisieren können, erklärt er.

Bisher blicke die HGN-Kunsthalle seit der ersten Ausstellung, die im Dezember 2011 mit Fotografien von Helmut Newton und František Drtikol eröffnet wurde, auf eine Erfolgsgeschichte, berichtet Jakobson. An manchen Wochenenden seien bis zu 350 Besucher, viele auch von außerhalb, aus anderen Bundesländern und aus dem Ausland,  auf den Duderstädter Suhlberg gekommen.

„Wir dachten, zwischen den Jahren wird es ruhiger, aber das Gegenteil war der Fall. Mit 400 Gästen am Wochenende nach Weihnachten war es so voll wie nie“, sagt Jakobson. Allein „Close-up Cuba“ habe etwa 8500 Leute in die Halle gelockt, aber vergleichsweise gut seien auch die vorigen Ausstellungen angenommen worden, wenn man die Besucherzahlen auf den jeweiligen Ausstellungszeitraum umrechne.

„Skulpturen werden vermutlich im Mittelpunkt stehen“

Nicht nur der kostenlose Eintritt sei Grund für den Zulauf. „Auch die Inhalte kommen an“, stellt der Sicherheits-Chef fest. „Grandios“, „famos“ oder „inspirierend“ sind einige der Adjektive, die im Gästebuch die positiven Eindrücke der Besucher schildern. Und das Konzept wird  gelobt.

„Kunststudenten begleiten die jeweiligen Ausstellungen und sind Ansprechpartner für die Gäste“, sagt Jakobson. Die Studenten würden zuvor mit Pamphleten zu den jeweiligen Werken ausgestattet. Weitere Hintergründe würden sie selbst erarbeiten.

Die nächste Ausstellung ist bereits in Planung, allerdings fehlen noch die genauen Fakten. „Skulpturen werden vermutlich im Mittelpunkt stehen“, verrät Jakobson.

Auch Kiebler und Moors werden sich nach dem Abtransport der Kuba-Kunst mit den neuen Plänen beschäftigen. Kunsthallenleiterin Susanne Grieshaber entwerfe die Modelle zur nächsten Ausstellung, sodass nicht erst vor Ort der richtige Platz für die Originale gefunden werden müsse, so Jakobson. Die nächste Ausstellung ist für Mai 2015 geplant. Bis dahin bleibt die HGN-Kunsthalle für die Öffentlichkeit geschlossen.

Von Claudia Nachtwey

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