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Kunsthistorisch grenzenlos

Ausstellung der Werke von Georg Greve-Lindau deckt alle Malerei-Genres ab Kunsthistorisch grenzenlos

Über den Maler Georg Greve-Lindau hat die Kunsthistorikerin Sandra Kästner ihre Abschlussarbeit an der Göttinger Universität geschrieben. In einer umfassenden Ausstellung im Heimatmuseum gibt Kästner Einblicke in das Schaffen des in Lindau geborenen Künstlers. Die Eröffnung ist am Freitag, 8. April.

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Kuratorin Sandra Kästner beim Aufbau der Ausstellung zu 140 Jahre Georg Greve-Lindau.

Quelle: Niklas Richter

Duderstadt. Warum Georg Greve-Lindau (1876 - 1963) heute beinahe in Vergessenheit geraten ist, könnte mehrere Gründe haben, meint Kästner. Zum einen sei der Künstler kein Geschäftsmann gewesen, tat sich schwer damit, seine Bilder zu verkaufen, versteckte sogar Meisterwerke, damit sie niemand kaufen solle. Zum anderen lasse sich Greve-Lindau kunsthistorisch nicht einordnen. „Wenn man sich heute überhaupt noch an ihn erinnert, stehen meistens die impressionistischen Werke im Vordergrund. Aber das ist nur ein Teil seines Schaffens“, sagt Kästner. Daher habe sie sich zum Ziel gesetzt, mit der Ausstellung im Heimatmuseum einen Einblick in die gesamte Entwicklung Greve-Lindaus, in die Qualität seiner Arbeiten und die Unerschöpflichkeit seines Genies zu präsentieren.

In seinem Frühwerk widmete sich der Künstler noch der romantischen Malerei des 19. Jahrhunderts, zeigte jedoch schon große Experimentierfreude. So sind Werke beinahe parallel entstanden, die völlig verschiedenen Stilrichtungen zuzuordnen wären. Greve-Lindau zeigte Mut zu neuen Wegen. „Er hat in seinem Leben alle Genres abgedeckt, und zwar in gleichbleibend hoher Qualität“, sagt Kästner. Zudem habe der Künstler einige Motive mehrmals gemalt und dabei sogar die Dramaturgie der Bilder weiterentwickelt. So ist beispielsweise aus einem sportlichen Reiterwettkampf schließlich eine Kriegsszene geworden.

Bei ihrer Recherche ist Kästner von den Enkeln des Malers umfassend unterstützt worden. Einige Werke werden erst wenige Stunden vor der Ausstellungseröffnung in Duderstadt eintreffen. Zum Teil kommen sie aus dem Ausland.

Am Freitag, 8. April, wird Prof. Dr. Thomas Noll von der Universität Göttingen einen kunsthistorischen Überblick zur Entwicklung der Malerei geben. Anschließend wird Kästner in die Ausstellung einführen. Hier wird auch die gebundene Ausgabe ihrer Abschlussarbeit mit zahlreichen hochwertigen Abbildungen zu sehen sein. „Die Studie soll veröffentlicht werden, damit Georg Greve-Lindau nicht weiter in der Vergessenheit schlummert. In der Arbeit ist sein gesamtes malerisches Werk erfasst und kunsthistorisch eingeordnet“, sagt Kästner. Für dieses Vorhaben werden im Rahmen der Ausstellung Sponsoren und Interessenten gesucht. Die Eröffnung beginnt um 17 Uhr, musikalisch begleitet von einem Streicher-Trio, bestehend aus drei Enkeln des Malers.

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©Richter