Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
Ausstellung in Duderstädter Sparkasse zeigt Zusammenhänge zum Zweiten Vatikanischen Konzil

Katholikinnen fordern mehr Gleichberechtigung Ausstellung in Duderstädter Sparkasse zeigt Zusammenhänge zum Zweiten Vatikanischen Konzil

Was das Zweite Vatikanische Konzil in der katholischen Kirche und besonders für katholische Frauen bewirkte, zeigt eine Wanderausstellung, die von den katholischen Frauenverbänden initiiert wurde. Zu sehen ist sie zurzeit im Foyer der Sparkasse Duderstadt.

Voriger Artikel
Inklusion: Zukunftsmodell oder Überforderung?
Nächster Artikel
Duderstadt soll wieder Erholungsort sein

Besucherinnen in der Ausstellung.

Quelle: Schneemann

Duderstadt. „Von der Kirche vor dem Konzil sind wir heute unendlich weit entfernt“, sagte Frauenseelsorgerin Beatrix Michels, die sich dafür einsetzte, die Ausstellung ins Eichsfeld zu holen. Vor gut 50 Jahren wurde das Konzil, das 1962 von Papst Johannes XXIII. einberufen wurde, am 8. Dezember 1965 von Papst Paul VI. beendet.

Die Folge waren massive Veränderungen in der katholischen Kirche wie unter anderem die Anerkennung von Gewissens- und Religionsfreiheit und der Würde aller Menschen, die Auflösung kolonialer Strukturen und die Einführung neuer Dienste und Ämter. Frauen wurden zuvor nur in der Rolle der Mutter und Ehefrau gesehen und erhielten nach dem Konzil eine eigene Wertung. Auch die Bildung von Mädchen sollte nun gefördert werden, und Frauen wurde erlaubt, Theologie zu studieren.

Diese und weitere Reformen wurden damals von den katholischen Frauenverbänden gefordert. Noch bei der Eröffnung des Konzils 1962 waren Frauen nicht vorgesehen, bei seiner Beendigung 1965 waren immerhin schon 23 Frauen als Zuhörerinnen dabei.

„Quantensprung für die Kirche“
„Das Zweite Vatikanische Konzil war ein Quantensprung für die Kirche“, sagte Propst Bernd Galluschke bei der Eröffnung der Ausstellung. Dies habe die Kirche geprägt, „aber wir haben die Folgen bis heute nicht verarbeitet“, sprach Galluschke die Bereiche an, in denen sich die Kirche noch weiterentwickeln müsse.

Die Katholikinnen betonten, dass ihre Rolle in der Kirche noch immer nicht gleichberechtigt sei. „Mein Wunsch wäre, dass Frauen auch predigen dürfen“, sagte Annemarie Ellrott vom Katholischen Deutschen Frauenbund (KDFB) Gieboldehausen.

Die Duderstädterin Annemarie Hug betonte: „Die Begeisterung für die Kirche ist da, aber die Enttäuschung beim Umgang mit Frauen ist groß.“ Auch Michels war der Meinung: „Das Konzil hat viel bewegt, aber es ist einiges zum Stoppen gekommen“. Veränderungen fordern die Katholikinnen also immer noch. Aber sie zitieren auch Schwester Mary Luke Tobin: „Das Konzil war eine weit geöffnete Tür – zu weit, um wieder geschlossen zu werden.“

Diese und weitere Zitate und deren Hintergründe zeigt die Ausstellung, die noch etwa zwei Wochen im Foyer der Sparkasse zu sehen ist. Ab Montag, 23. November, wird sie in der Sparkasse Gieboldehausen gezeigt. Um 19 Uhr findet dort die Eröffnung statt mit einem Vortrag von Annette Burchardt, Frauenbeauftragte der Diözese Hildesheim.

Von Claudia Nachtwey

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Herbstfest in Rhumspringe

©Richter