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Ausstellung in Teistungen zum DDR-Aufstand am 17. Juni

„Der Schrei nach Freiheit“ Ausstellung in Teistungen zum DDR-Aufstand am 17. Juni

Am 17. Juni 1953 kam es in der DDR zu einem Volksaufstand, der von der Roten Armee blutig niedergeschlagen wurde. Über Hintergründe und Auswirkungen informiert eine Sonderausstellung im Grenzlandmuseum Eichsfeld.

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Quelle: dpa

Teistungen. Die Stiftung Ettersberg hat die Inhalte, zahlreiche Fotos, Dokumente und Zeitungsartikel, unter dem Leitsatz „Der Schrei nach Freiheit – der 17. Juni 1953 in Thüringen“ für die Wanderausstellung zusammengestellt. Unterteilt in die Bezirke Jena, Gera, Suhl und Erfurt werden verschiedene Themen behandelt. Eine der insgesamt 21 Tafeln widmet sich dem 17. Juni 1953 in Berlin.

Bei dem Volksaufstand waren  in der DDR etwa 1,2 Millionen Menschen in 700 Orten mit Streiks, Demonstrationen und Protesten beteiligt. Allein in Thüringen haben 107 Städte und Gemeinden mitgewirkt. Nachdem in der zweiten Parteikonferenz 1952 eine Normenerhöhung in der Produktivität gefordert wurde, dieser aber Einkommenseinbußen der Arbeiter gegenüberstanden, steigerte sich die Unzufriedenheit im Volk. Zudem verschlangen der Aufbau der Rüstung und staatliche Prestigeobjekte Unmengen an Geld, das aus der Produktionssteigerung gewonnen werden sollte.

Den Glauben an einen gerechten DDR-Staat verloren die Menschen außerdem beim wachsenden Druck und der allseits gegenwärtigen Überwachung durch die Volkspartei. Bis in den Kirchen- und Jugendbereich waren die Einschnitte in der Freiheit zu spüren. Eine Tafel der Ausstellung widmet sich ganz dem Thema des Kirchenkampfes. Kirchliche Jugendarbeit war in der DDR seit den 1950er Jahren zunehmend unerwünscht, die FDJ sollte sich als alleinige Jugendorganisation durchsetzen.

Auch das Thema Landwirtschaft wird auf einer Tafel gesondert betrachtet: Bis 1953 sind in der DDR 6000 LPGs entstanden. In den Enteignungen, der Bodenreform und dem Mangel an landwirtschaftlicher Ausrüstung der Neubauern werden einige der Ursachen für die Produktionseinbußen gesehen. Diese führten schließlich zur Mangelwirtschaft des Staates, welche ebenfalls bereits in den 1950er Jahren spürbar wurde.

Gegen diese Missstände und für die Auflösung der LPGs, für freie Wahlen und für die Freilassung politischer Gefangener demonstrierten die Menschen, riefen zu Streiks auf, protestierten mit Flugblättern und organisierten sich zum Aufruhr am 17. Juni 1953 in allen größeren Städten der DDR. Mit diesem Ausmaß  der Revolte war die Volkspolizei überfordert. Die Rote Armee schritt ein. Das traurige Resultat: Rund 80 Tote,  18 Erschossene, 13000 Verhaftungen und 1526 Menschen, die von der politischen Justiz verurteilt wurden.

Von Claudia Nachtwey

► Infos und Öffnungszeiten bei grenzlandmuseum.de

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