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Ausstellung mit Flugsimulator

Ibis World Ausstellung mit Flugsimulator

Wie in dem Film „Amy und die Wildgänse“ fühlen können sich Besucher einer Ausstellung der Heinz-Sielmann-Stiftung, die auch auf Gut Herbigshagen gezeigt werden soll. Die Ausstellung „Ibis World“, die am 20. Juni im oberbayrischen Burghausen eröffnet wird, setzt ein einzigartiges, von der Stiftung unterstütztes Artenschutz-Projekt zur Wiederansiedlung des Waldrapps in Szene, das gerade in die nächste Etappe gegangen ist: 14 junge, von Hand aufgezogene Waldrappe sind am 27. Mai aus dem Salzburger Zoo nach Burghausen übersiedelt.

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Ibis

Mit ihren menschlichen Zieheltern und erfahrenen Piloten absolvieren die Jungvögel dort in den nächsten Wochen ein Flugtraining, um im Herbst mit Ultra-Leichtfluggeräten in ihr Winterquartier in der Toskana gelotst zu werden. „Die Waldrappe wissen, dass die Zugvögel sind“, sagt Stiftungsmitarbeiter Holger Belz: „Nur haben sie vergessen, wohin die Reise geht. Der geleitete Flug ersetzt sozusagen den Part, den normalerweise die Elterntiere übernehmen.“

Flankiert wird das Flugtraining bis Mitte August von der Ausstellung „Ibis World“ auf dem Marktplatz des Ortes. Dort können sich Besucher in einem Flugsimulator selbst auf die sagenhafte Reise der Waldrappe begeben – mit dreidimensionalen Landschaftsprojektionen und animierten Vögeln im Flug, die eingespielt werden. 

In freier Wildbahn gibt es laut Stiftungssprecher Boris Preckwitz weltweit nur noch 350 Exemplare der Ibisart, die jetzt dem Aussterben davonfliegen soll. Bis vor 350 Jahren sei der Waldrapp noch in Deutschland beheimatet gewesen, während der Hungersnot im Dreißigjährigen Krieg dann schlichtweg aufgegessen worden.

Gute Lebensbedingungen

Dank guter Lebensbedingungen sieht Projektleiter Johannes Fritz vom an der Konrad-Lorenz-Forschungsstelle Grünau gegründeten Waldrapp-Team große Chancen für eine Wiederansiedlung in Teilen Österreichs und Süddeutschlands. Dort kann der Waldrapp auf ökologisch bewirtschaftetes Grünland als bevorzugte Nahrungsfläche zurückgreifen. Denn er ist nicht vorrangig durch die Zerstörung von Lebensraum, sondern durch intensive Bejagung ausgestorben. Da seit 2007 jährlich Gruppen junger  Waldrappen aus Deutschland in das Überwinterungsgebiet in den Süden geleitet werden und die Tiere mit Erreichen der Geschlechtsreife nach drei Jahren wieder in ihre Aufzuchtgebiete zurückkehren und mit eigenen Bruten beginnen können, ist es möglich, dass 2011 wieder die erste Waldrapp-Brut nach mehr als 350 Jahren in Bayern gelingt.

Von ku

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