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Weltbewegende Aberwitzigkeit im Blick

Oskar Müller Weltbewegende Aberwitzigkeit im Blick

Oskar Müller wird nicht müde, den Mächtigen der Welt - künstlerisch - die Masken zu entreißen. Unter dem Titel „Querschnitt“ präsentiert er im Duderstädter Rathaus seine durchaus politischen Werke auf Leinwand, als Installation oder Skulptur. Zur Vernissage ist es voll geworden im Bürgersaal.

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Eröffnung der Ausstellung „Querschnitt“ - 14 Jahre Oskar Müller Kunstwerke von 2004 bis 2017: Gegenständliche und surrealistische Malerei, Skulpturen und Installationen.

Quelle: Christoph Mischke

Querschnitt

Duderstadt. Die Ausstellung „Querschnitt“ ist noch bis zum 6. August zu den Öffnungszeiten des Rathauses im Bürgersaal zu sehen.

Wer hinein wollte, durfte den Staub der Straße auf dem Konterfei Donald Trumps abtreten. Die eindrucksvolle Fußmatte wird von zwei Säulen, gespickt mit Dollarnoten, umrahmt. Ein paar Schritte weiter kommt der nächste Hinweis auf den gesunden Zweifel des Künstlers an dem, was allgemeinhin für gut und richtig verkauft wird: Eine Waschmaschine mit der Aufschrift Fake News bietet die Grundlage für das Gästebuch, daneben eine blonde Perücke und zum Teil geschredderte Dollarnoten. „Trump bietet Themen, aber auch Erdogan und Putin reizen mich“, lässt Oskar Müller auf weitere Werke hoffen, die nicht nur die Mächtigen in den Fokus rücken, sondern hintergründig auch die Umstände, die zu dieser Machtverteilung geführt haben.

„14 Jahre Oskar M“ lautet der Untertitel der Ausstellung. Wie ein roter Faden lässt sich darin die politische und sozialkritische Thematik verfolgen. Bezeichnend ist auch in den neueren Gemälden Müllers Humor, mit dem er dem Betrachter manch weltbewegende Aberwitzigkeit vor Augen führt. Selbst die Details des Gesamtkonzeptes der Ausstellungseröffnung sind bei Müller keineswegs zufällig und geben sozialkritische Anreize - wie das Bild mit dem Titel „Don´t stop the Party“ über dem Buffet oder Popcorn und Marshmallows auf den Stehtischen. Neben Familie und Freunden des Künstlers und Förderern der Kunst sind Vertreter der Duderstädter Stadtverwaltung sowie der lokalen und überregionalen Kunstszene zur Vernissage gekommen.

Erfreut über Sesshaftigkeit im Eichsfeld

„Das Schöne an Duderstadt ist, dass es hier ein gemeinsames Forum für Künstler gibt für das Gestalten miteinander“, fasste Rechtsanwalt David Herrmann in seiner Ansprache zur Ausstellungseröffnung die Vorteile für Kunstschaffende in einer kleinen Stadt zusammen. Er selbst hat in seiner Kanzlei zusammen mit seiner Kollegin Bettina Schulte schon oft Räume für Kunst zur Verfügung gestellt, auch für die Werke Müllers. „Die Bilder sprechen mich an und leisten einen Beitrag zur Diskussion. Da denkt man drüber nach“, erklärte er. Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU) zeigte sich als Hausherr im Duderstädter Rathaus äußerst erfreut darüber, dass Müller über diverse Stationen in seinem Leben in Duderstadt sesshaft geworden ist und seine Kunst auch im Eichsfeld präsentiert.

Für den musikalischen Rahmen sorgten Gudrun Kunze mit Gesang und Falk Messing an der Gitarre für jazzig-soulige Klänge. Auch hier durften etwas Sozialkritik und ein Augenmerk auf die Weltpolitik nicht fehlen. Unter anderem interpretierte das Duo „Dear Mr. President“ von Pink.

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Von Redakteur Claudia Nachtwey

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