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Ausstellung von Willibald Böck im Duderstädter Rathaus eröffnet

Gemalte Erinnerung an die Wende Ausstellung von Willibald Böck im Duderstädter Rathaus eröffnet

„Ganz laienhaft beurteilt, finde ich die Bilder klasse“, sagt Duderstadts Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU) und führt fort: „Ich wünschte, ich hätte nur einen Hauch dieses Talents, um so zeichnen zu können.“ Kannst du, behauptet Willibald Böck. Kann sogar jeder, meint der ehemalige thüringische CDU-Innenminister und Landtagsabgeordnete bei der Vernissage seiner Ausstellung „Deutsch-Deutsches im Eichsfeld“ im Duderstädter Rathaus.

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Seine Zeichen für die Wirklichkeit: Willibald Böck vor zwei seiner im Duderstädter Rathaus ausgestellten Ölgemälde.

Quelle: Thiele

Duderstadt. „Das Talent zur Kunst ist angeboren wie essen, trinken und Laute von sich geben. Sie ist eine Art der Sprache“, erklärt der 68-Jährige. Duderstadt hat er sich 25 Jahre nach den ersten und einzigen freien Wahlen zur Volkskammer in der DDR bewusst ausgesucht, um seine farbkräftigen Ölgemälde sprechen zu lassen. „Die Duderstädter waren während der Wiedervereinigung unsere Helfer“, erzählt Böck.

In der Malerei spiegele er die Welt so subjektiv wie nur möglich. „Der Künstler übersetzt seine Erlebnisse und Zeichen für die Wirklichkeit in Gefühle, die sich in Farbe und Form ausdrücken“, erläutert der aus Bernterode stammende Eichsfelder. Jeder Betrachter deute dann seine eigene Wirklichkeit aus den Bildern. Daher fand Böck in der Schule die Frage „Was will uns der Künstler damit sagen“ immer nervig. „Vielleicht lag ihm einfach ein Pups quer. Sonst wollte er uns nichts sagen.“

Böck will aber was sagen. Zum Glück. Denn der Mann kann reden. In einem erfrischend unterhaltsamen halbstündigen Vortrag über seine Erinnerungen an die Zeit direkt nach der Volkskammerwahl plaudert Böck frei von der Leber weg aus dem Nähkästchen.

Nolte lobte ihn zuvor als jemanden, der „tiefe Spuren hinterlassen hat“ und „prägend war“. Als besondere Gäste „aus aller Welt“ begrüßte der Bürgermeister vier wandernde Zimmerleute aus Süddeutschland und der Schweiz, die auf der Durchreise waren und um einen Stempel der Stadt sowie Spenden baten. Nolte lud sie spontan zur Ausstellungseröffnung ein. Vier junge angehende Handwerkskünstler lauschen einem alten Meister. Wie passend.

Die Ausstellung mit den expressiven Landschaften, Formen oder Menschen – je nachdem was der Betrachter deutet – hat bis zum 16. April im Rathaus geöffnet.

Von Rupert Fabig

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