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Aussterbendes Handwerk und vergessener Künstler

Internationaler Museumstag Aussterbendes Handwerk und vergessener Künstler

Das Oldtimer-Treffen hat dem Internationalen Museumstag in Duderstadt die Schau gestohlen. Nur wenige Besucher haben sich am Sonntag ins Duderstädter Heimatmuseum verlaufen. Um die konnten sich Kunsthistorikerin Sandra Kästner und Blaudrucker Ulf Ahrens umso intensiver kümmern.

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Ingrid Höche (l.), Bärbel Most, Blaudrucker Ulf Ahrens.

Quelle: Niklas Richter

Duderstadt. Ahrens, einer von bundesweit nur noch zehn Blaudruckern, demonstrierte sein aussterbendes Handwerk in einer Werkstatt im Museumsgarten. Seine Einbecker Blaudruckerei besteht seit 1638, ist damit laut Ahrens die älteste Europas. Vor allem private Stammkunden und Touristen nehmen seine Dienste in Anspruch, aber auch Hotels lassen sich von ihm ausstatten. Beim Blaudruck, von dem übrigens Blaumachen und der blaue Montag abgeleitet sind, wird weißer Stoff mit hölzernen Druckstöcken (sogenannte Modeln mit unterschiedlichen Mustern) per Hand bedruckt. Beim anschließenden Färben nehmen die bedruckten Stellen keine Farbe an, die Muster treten weiß hervor. Das Färben ist nur in Einbeck möglich, Museumsbesucher konnten sich aber Tischläufer und Servietten präparieren lassen. Neben Blautönen bietet Ahrens inzwischen auch andere Stofffarben an.

Nicht um Ornamente, aber auch um Form und Farbe geht es in der Sonderausstellung mit Werken des Malers Georg Greve-Lindau (1876-1963), der fast 30 Jahre lang in Duderstadt gelebt und über den Kästner ihre Abschlussarbeit geschrieben hat. Nach ihren Ausstellungsführungen am Museumstag besteht am kommenden Sonntag um 15 Uhr letzte Gelegenheit zu einer Führung durch die Ausstelllung mit Leihgaben der Enkel des Malers. Geöffnet ist das Museum nur freitags bis sonntags von 11 bis 16 Uhr. Das düstere Frühwerk Greve-Lindaus ist in der Ausstellung ebenso vertreten wie sein lichtes Spätwerk. Der gebürtige Lindauer habe sowohl traditionelle als auch moderne Techniken und Stile verwendet und sei in allen Genres unterwegs gewesen, sagt Kästner und zieht Parallelen zu Max Liebermann und der Künstlerkolonie Worpswede. Dabei habe der weitgehend in Vergessenheit geratene Künstler eine Entwicklung vom Realismus über den Impressionismus zum Expressionismus durchlaufen. ku

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