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Barbara Merten kümmert sich um Senioren in St. Martini

Projekt Nächstenliebe Barbara Merten kümmert sich um Senioren in St. Martini

Einmal im Monat besucht Barbara Merten die Senioren im Altenheim St. Martini. Dann wird im Aufenthaltsraum erzählt, gelacht, geplaudert, geraten und gesungen. Merten engagiert sich in dem Ehrenamtsprojekt „Nächstenliebe“, das die Kirchengemeinde St. Cyriakus im vergangenen Jahr initiiert hat.

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Bringt Schwung ins Seniorenheim: Barbara Merten (hinten) engagiert sich im Rahmen des Projektes Nächstenliebe in St. Martini.

Quelle: Schauenberg

Duderstadt. „Wenn Du fröhlich bist, dann klatsche in die Hand.“

Mit Koordinationsübungen verbunden ist das Lied, mit dem Merten die Runde eröffnet. Die ist in diesem Monat besonders fröhlich. Merten ist 56 Jahre alt geworden, und es gibt Sekt. Den genießen die zehn Damen und der Herr im Alter von 78 bis 95 Jahren nur spärlich, aber auch der Sommer hebt die Stimmung.

Um den geht es auch in den Wortfindungsspielen, zu denen Merten die Senioren animiert. Sie sollen Wetter, Wind und Sonne ergänzen. „Was schickt uns die Sonne herunter?“, fragt Merten, um nachzuhelfen, und bekommt eine unerwartet schlagfertige Antwort: „Ultraviolette Strahlen.“ Auch Redewendungen sind gefragt. „Mach es wie die Sonnenuhr...“, gibt Merten vor, „...zähl die heitren Stunden nur“ anwortet die Runde im Chor.

Weniger heiter sind die Leidensgeschichten der Heiligen, die die kirchlich vielfältig engagierte 56-Jährige mit Blick auf den Kirchenkalender im August erzählt. Ein kollektives „Oh...“ raunt durch den Raum, als es um Duderstadts Schutzpatron St. Laurentius geht, der auf einem glühenden Eisenrost hingerichtet wurde.

Nach einem Exkurs in die Stadtgeschichte, Fragen zu Festen und Prozessionen in den Heimatorten der Heimbewohner leitet Merten, die sich bestens vorbereitet und eine Mappe mitgebracht hat, zu Bräuchen und geweihten Kräutersträußen für Maria Himmelfahrt über. Adelheid Otto frappiert mit enormen Fachwissen, kann etliche Kräuter und ihre Wirkungen aufzählen.

Merten greift immer wieder Themen auf, die Bestand haben und Erinnerungen wachrufen. Die Aufmerksamkeit trainiert sie mit einer Geschichte, in dessen Verlauf bunte Servietten hochgehalten werden sollen, wenn die jeweilige Farbe genannt wird.

Eingeführt wurde die „Nächstenliebe“-Aktivistin durch Beschäftigungstherapeutin Stephanie Deppe, die den Sozialen Dienst in St. Martini leitet. Seit Weihnachten leitet Merten, die auch im Seniorenhelferkreis St. Cyriakus tätig ist, die gesellige Monatsrunde in St. Martini an, nimmt auch mal Besucher zu Ausflügen mit.

Mehr Zeit kann sie nicht opfern und hofft, dass zu dem Dutzend ehrenamtlicher Helfer des Projektes noch weitere hinzustoßen. Damit es allen, die Unterstützung brauchen, nicht so ergeht wie in dem Schlusslied, das die Seniorenrunde in St. Martini anstimmt: „Waldeslust, o wie einsam schlägt die Brust.“

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©Richter