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Bergstraße wird Rennbahn mit Hindernissen

Bobbycars und Seifenkisten Bergstraße wird Rennbahn mit Hindernissen

Das sechste Bobbycar- und Seifenkistenrennen hat am Wochenende Hobby-Rennfahrer nach Krebeck gelockt. Nicht nur Kinder, auch Erwachsene heizten auf den kleinen Plastikautos die Straße hinunter – und erreichten dabei atemberaubende Geschwindigkeiten.

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Mit Schwung über die Rampe: Die Kinder mit ihren Bobbycars gehen als Erste an den Start.

Quelle: Schneemann

Krebeck. Ungebremst saust der kleine Dennis auf seinem Bobbycar die Bergstraße hinunter – durch den Blättertunnel, dann um die Pylonen und über die Rampe. Erst hinter dem Ziel berühren seine Füße den Boden, aber es reicht nicht ganz. Halt bieten erst die Strohbunde am Ende der Straße. Dennis klopft sich ein paar Halme vom T-Shirt und marschiert mit seinem Auto den Hügel wieder hinauf. „Jeder hat zwei Durchgänge“, ruft der Junge und will nun seine ohnehin gute Fahrtzeit noch verbessern.

Zum sechsten Mal haben die Krebecker ihr Bobbycar- und Seifenkistenrennen veranstaltet. Da wird die Bergstraße zur Rennbahn mit Hindernissen, „aber die Sicherheit geht vor“, sagt Dietmar Kretschmer vom Organisations-Team. Wer eines der Hindernisse lieber auslassen will, darf auch ausweichen. Über Handy erfährt Moderator Patrick Schorisch unten am Ziel, wer oben auf dem Hügel der nächste Starter ist. Nicht nur Kinder, auch Erwachsene heizen auf den kleinen Plastikautos die Straße hinunter – und erreichen dabei atemberaubende Geschwindigkeiten. Der Gieboldehäuser Christian Bodmann nimmt beispielsweise neben dem Krebecker Rennen auch an der Deutschen Meisterschaft teil und schafft mit seinem Bobbycar bis zu 80 Kilometer pro Stunde. „Ich habe nur stabilere Räder und Achsen mit Kugellager“, beschreibt er die einzigen Veränderungen, die sein Bobbycar für einen erwachsenen Fahrer stabiler machen sollen.

Ein paar Teile stammen aus einem Auto

Größeren Basteleifer bringen die Seifenkistenfahrer mit, die im Anschluss an den Start gehen. „Ein paar Teile stammen aus einem Auto: Räder, Hinterachse, Sicherheitsgurte, Lenkrad und Fahrersitz. Der Rest besteht aus Vierkanteisen“, schildert  Dachdeckermeister Martin Rittmeier aus Westerode den Aufbau seines Gefährts, das er mit seinem Sohn Jan zusammengeschweißt hat. „Ich kenne Seifenkisten aus meiner Kindheit und wollte das an meinen Sohn weitergeben. Heute kann man alles kaufen, Quads und andere Fahrzeuge. Aber das selbst zu bauen, ist etwas Besonderes“, schwärmt der Vater, der mit Jan zur „Jungfernfahrt“ nach Krebeck gekommen ist.

Das sechste Bobbycar- und Seifenkistenrennen hat Hobby-Rennfahrer nach Krebeck gelockt. Nicht nur Kinder, auch Erwachsene heizten auf den kleinen Plastikautos die Straße hinunter – und erreichten dabei atemberaubende Geschwindigkeiten.

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Eine steile Seifenkisten-Karriere hat Christoph Maiss aus Marth hingelegt: Er ist Deutscher Meister und fährt bei Rennen in ganz Deutschland mit. „Ich habe gegoogelt, wo Rennen stattfinden und bin dabei auch auf Krebeck gestoßen“, sagt der junge Mann, der beobachtet, dass die Seifenkisten-Szene wächst: „Richtig große Rennen gibt es schon in Dresden, Chemnitz und in Röhrig, und es wird mehr.“

Bei uns fährt das halbe Dorf und die ganze Familie

Das kleine 250-Seelen-Örtchen Röhrig bei Uder scheint tatsächlich vom Seifenkistenvirus infiziert zu sein. „Bei uns fährt das halbe Dorf und die ganze Familie – bis auf meine Frau“, sagt Frank Preiß, der mit einem vierköpfigen „Racing-Team“ und eigenem Schrauber für den selbstgebauten „Silberpfeil“ nach Krebeck gekommen ist. Seine Söhne Felix und Nils sind auch dabei, allerdings im eigenem Team und mit eigener Seifenkiste.

In Krebeck gehört es zur Tradition, dass der Bürgermeister mit an den Start geht. Also tritt auch Josef Rudolph in die Fußstapfen seines Vorgängers Josef Sorhage und kommt mit Helm und Seifenkiste auf den Hügel. Selbstgebaut? „Nein, selbst geborgt, aber selbst verschönert“, gesteht der Bürgermeister lachend die Herkunft seines Amtsfahrzeugs. Der Applaus des johlenden Publikums ist ihm beim Erreichen der Zielgeraden aber genau so gewiss wie allen anderen Seifenkisten- und Bobbycar-Fahrern.

Von Claudia Nachtwey

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