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Beste Bohnen aus dem Duderstädter Wulfertal

Kaffee im Wohnzimmer Beste Bohnen aus dem Duderstädter Wulfertal

Für eine ganze Kaffeetafel reicht die Menge nicht aus. Zwei bis vier Tassen zum Verkosten dürften sich aber schon daraus zubereiten lassen. Beste Bohnen wachsen an einem Kaffeebaum im Wohnzimmer des Ehepaars Gisela und Gotthard Martschei in Duderstadt. Gestern wurde dort geerntet.

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1,40 Meter hoch: Gisela Martschei und Mark Schnibbe messen den Kaffeebaum.

Quelle: Pförtner

Mark Schnibbe, Kaffee-Experte aus Bad Lauterberg, ist vielen Eichsfeldern mit seiner mobilen Kaffeerösterei von Marktveranstaltungen in der Brehmestadt und anderen Städten in der Region bekannt. Eine Kaffee-Ernte in einem Wohnzimmer in Duderstadt war auch für den 42-jährigen gelernten Konditor eine Premiere.

Nach einem Anruf der Martscheis beim Tageblatt („Wir haben einen Kaffeebaum mit vielen Kirschen“) kam die Begegnung mit dem Vorharzer zustande, bei der für ihn nicht der kommerzielle Gedanke, sondern das Interesse am Thema Kaffee im Vordergrund stand. „Gute Kaffee-Gegend“, schmunzelte Schnibbe, als er die Stube im Wulfertal betrat und den Kaffeebaum in Augenschein nahm.


„Vor etwa zehn Jahren habe ich den Baum von einer Bekannten geschenkt bekommen“, berichtete die Besitzerin mit Blick auf das prächtige Exemplar direkt neben dem großen Fenster zur Terrasse. „Nachdem die Pflanze in den vergangenen Jahren immer wieder geblüht und Kirschen getragen hat, wollten wir einfach einmal wissen, ob aus den Bohnen wirklich richtiger Kaffee gemacht werden kann.“

Schnibbe pflückte rund 40 gelbe Kirschen mit etwa doppelt so vielen Bohnen von der 1,40 hohen Zimmerpflanze. Aus der Ernte, so schlug der Experte vor, sollen in einer so genannten gewaschenen Kaffeeaufbereitung Bohnen gewonnen werden. Nach dem Abpflücken werden die Kirschen zunächst 24 Stunden in Wasser gelegt. Erst nach einer weiteren Einweichzeit und dem Abtrennen einer Schutzhülle werden dann die eigentlichen Kaffeebohnen sichtbar, die auf einem Tisch mit Drahtgitter getrocknet werden. Voraussichtlich im Mai wird diese Phase abgeschlossen sein.
„Wieviel Tassen Kaffee ergibt die Ernte an unserem Baum?“, fragten Martscheis. „Zwischen zwei und vier Tassen sollten es schon werden“, meinte Fachmann Schnibbe. In diesem Falle handele es sich bei den gelben Kirschen um eine ganz spezielle Variation von Kaffeebaum und eine sehr aromatische Sorte.

Nur noch in einem weiteren Fall, bei einer Einwohnerin in Osterode, habe er bislang einen ähnlich gut tragenden Kaffeebaum gesehen, meinte Fachmann Schnibbe anerkennend, der sich in Wien zum Kaffeeröster und Diplom-Sommelier fortbilden ließ und 2007 in Bad Lauterberg die erste Kaffeerösterei & Chocolaterie im Südharz eröffnete.

Maurine Magka und Heinz Hobrecht

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©Richter