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Besucher auf Gut Herbigshagen lernen die Vielfalt der Streuobstwiesen kennen

Kulturgut und Lebensraum Besucher auf Gut Herbigshagen lernen die Vielfalt der Streuobstwiesen kennen

„Das Interesse wächst. Es werden wieder mehr Obtsbäume gepflanzt“, stellt Gerhard Schlie fest. Der Gartenbau-Experte der Heinz-Sielmann-Stiftung gibt nicht nur regelmäßig Kurse zum Obstbaumschnitt auf Gut Herbigshagen.

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Frisch vom Baum: Moritz und Felix pflücken mit Hilfe ihrer Mutter Äpfel auf der Streuobstwiese.

Quelle: Schneemann

Herbigshagen. Auch beim Streuobstwiesenfest stand er den interessierten Besuchern mit Rat und Tat zur Seite. „Faule Äpfel dürfen nicht in die Presse, sonst schmeckt der Saft muffig“, erklärt er den beiden Brüdern Felix und Moritz, die mit ihrer Mutter Jasmin Engelhardt aus Gerblingerode zur Streuobstwiese gekommen sind. „Wir haben leider keinen Obstbaum bei unserer Mietwohnung“, bedauert die Mutter und schnippelt mit den Kindern Äpfel,  um daraus Saft in der Korbpresse herzustellen.

Ein deutlich größeres Exemplar steht auf dem Innenhof des Gutes. Hartmut Gube ist mit der mobilen Saftfpresse aus dem thüringischen Schlotheim angereist. Hier lohnen sich aber erst größere Obstmengen, um die Maschine zum Laufen zu bringen. 50 Kilogramm pro Pressung sind erforderlich, woraus mindestens 60 Prozent Saft, aus ergiebigen Sorten sogar bis zu 80 Prozent, gewonnen werden. In der mobilen Presse wird der Saft schließlich auf 80 Grad erhitzt, so dass er in geschlossenen Behältern bis zu zwei Jahren haltbar ist.

Dass auf Gut Herbigshagen Sortengärten zu finden sind, sei auch der Kooperation mit dem Landschaftspflegeverband des Landkreises Göttingen zu verdanken, erklärt Verbandsmitglied Hubertus Rölleke. Bereits in den 1990er-Jahren wurden alte und regionale Obstsorten gesammelt, registriert, veredelt und damit erhalten. „Wenn wir uns nur noch auf die wenigen Obstsorten im Supermarkt beschränken, bleiben Vielfalt und Geschmack auf der Strecke“, sagt Rölleke und wirbt für den Erhalt der regionalen Sorten, die vom Aussehen vielleicht nicht der EU-Norm entsprechen.

Der Imker Michael Kühne aus Bockelnhagen ist über seine Bienen zu den Äpfeln gekommen und kennt ebenfalls eine imposante regionale Obst-Vielfalt, die in Jahrhunderten ohne Kühlanlagen den Menschen Vitamine über fast das ganze Jahr bescherte. „Die ersten Äpfel kann man im Juni ernten, und mache Lageräpfel halten bis April“, weiß er. Holger Belz, Leiter des Naturerlebniszentrums auf Gut Herbigshagen, bestätigt: „Die Streuobstwiesen sind uns wichtig“. Um den Besuchern den Lebensraum Streuobstwiese nahe zu bringen, bietet er GPS-Touren an, „für Familien oder für Verliebte“, sagt er. Dass der Apfel als jahrtausendealtes Kulturgut auch Mythen und Geschichten prägte, ist mindestens seit Adam und Eva bekannt.

Von Claudia Nachtwey

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©Richter