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Besucherandrang bei Kirchengrabung in Rollshausen

Alles bleibt im Boden Besucherandrang bei Kirchengrabung in Rollshausen

Vorsichtig klettern die ersten Besucher über die freigelegten Steinfundamente der alten Kirche. Der Boden im Innenraum der Kirche St. Margareta in Rollshausen ist fast völlig abgetragen.

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Freigelegte Knochen eines Sammelgrabes im Kirchenboden.

Quelle: Pintschak

Rollshausen. Archäologen haben Mauerreste von gleich zwei Vorgängerkirchen, Pflaster und das Fundament eines achteckigen Wehrturms freigelegt. An diesem Sonntag können Besucher die Funde aus der Vergangenheit vor Ort in Augenschein nehmen.
Der Andrang ist groß. Nur an diesem Tag gibt es die Gelegenheit, Archäologen über die Schulter zu schauen und Informationen aus erster Hand zu bekommen. Schon in Kürze rücken Baufirmen an, um den Schwamm in der Kirche zu bekämpfen – der Auslöser der Grabung – und wieder einen neuen Boden zu verlegen.

Während mehr als 20 Besucher vorsichtig über Sand und Steine balancieren, sind schon die nächsten mehr als 20 Interessierten auf der Empore versammelt und warten darauf, dass auch sie nach unten können. „Interessant und sehenswert“, findet die gebürtige Wollbrandshäuserin Bernadette Ausmeier den Blick in die Vergangenheit des Rollshausener Kirchplatzes.

„Ich wohne aber schon seit 1968 hier.“  Die Besucher werden angehalten, ja nicht auf die eigentlichen Grabungsstellen zu treten, denn auch Knochenfunde finden sich im Untergrund. Die bleiben, wo sie sind und werden wie die Fundamente wieder zugeschüttet. „Alles bleibt im Boden für die nächste Ausgrabung in 500 Jahren“, sagt der Archäologe Frank Wedekind. „Man muss Geduld haben.“

Nicht alles, was Wedekind gern noch wissen würde, kann bei dieser Grabung erforscht werden. Ob es über dem achteckigen Fundament einen achteckigen Turm gab, ist nicht bekannt. Später wurde ein rechtckiger Turm mit Fachwerkaufbau darüber gebaut. Wozu ein weißer Block in der ältesten, kleineren Kirche diente, darüber rätselt Wedekind noch, vielleicht ein Fundament für ein Taufbecken. Wenig ist bislang über die Vorgängerkirche bekannt. Was in der Vergangenheit aufgeschrieben und hinterlassen wurde, so der Archäologe, „das werden wir aber noch rausklamüsern“.

Nach dem kalten Kirchenraum kommt den Besuchern heißer Kaffee im Sonnenschein vor der Kirche von der Pfarrgemeinde gerade recht. „Wir hoffen, Ostern wieder in die Kirche zu können“, sagt Claudia Nordmann-Pohl vom Kirchenvorstand. Noch wird überlegt, wie der neue Boden aussehen soll. Dann wird es auch eine Foto-Ausstellung geben, möglicherweise mit weiteren alten Fotos  aus dem Ort. Vorher noch plant der Gospel-Chor „Happy Singers“ ein Benefiz-Konzert für die Sanierung.

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©Richter