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Bewährungsstrafe für Betrugsserie

Schöffengericht Duderstadt Bewährungsstrafe für Betrugsserie

Staatsanwalt, Verteidigerin und Richter waren sich einig: Wegen gewerbsmäßigen Betruges in zwölf Fällen - darunter vier Versuche - ist ein 34-jähriger Duderstädter am Schöffengericht zu eineinhalb Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden, die zur Bewährung ausgesetzt wurde.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Duderstadt. Der Angeklagte befand sich in einer schwierigen familiären und finanziellen Situation, als er in Online-Shops unter falschen Namen vor allem Mobiltelefone erwarb, nicht bezahlte und weiterverkaufte. Das geschah in den Monaten vor dem Tod seines an einer chronischen Krankheit leidenden zweiten Kindes. Der gelernte Altenpflegehelfer konnte seine Miete nicht mehr zahlen, der Strom wurde abgestellt, er griff zum Alkohol, war auf Hartz IV angewiesen.

Kurzfristige Entlastung

„Das Leben, das er sich aufgebaut hatte, brach zusammen“, sagte Rechtsanwältin Anika Brüggemann: „In dieser angespannten Lage geriet er in Versuchung, sich kurzfristig Entlastung zu verschaffen.“ Als seinem Vater, dessen Namen er ebenfalls für Bestellungen verwendet hatte, Probleme drohten, zeigte er sich selbst an. Das wertete auch Staatsanwalt Jörg Malz als strafmindernd - ebenso das umfassende Geständnis, den dichten zeitlichen Zusammenhang der Tatserie und die Bemühungen um Schadensrückführung. Der Angeklagte habe sich reumütig gezeigt und versucht, aus dem Schlamassel herauszukommen.

Ein unbeschriebenes Blatt ist der 34-Jährige nicht. In jungen Jahren wurde er wegen Unfallflucht und Körperverletzungen verurteilt, seit zwölf Jahren ist sein Strafregister allerdings blank. Auch seine persönlich schwierige Situation rechtfertige nicht die Betrugsfälle, meinte der Staatsanwalt.

Job in Aussicht

Dass der Angeklagte offensichtlich vom schlechtem Gewissen geplagt wurde und auch vor dem Hintergrund des Gesundheitszustandes seines Sohnes sich selbst angezeigt habe, wirke sich positiv auf das Strafmaß aus, sagte Richter Michael Pietzek in der Urteilsbegründung.

Der Angeklagte, der einen neuen Job in Aussicht hat, muss die Kosten des Verfahrens tragen. Für seine dreijährige Bewährungszeit wird er einem Bewährungshelfer unterstellt, der auch einen Zahlungsplan aufstellt.

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