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Bewährungsstrafen für nächtliche Entführung

Täter bedrohen und schlagen 20-Jährigen / Gericht lässt Handy-Daten auswerten Bewährungsstrafen für nächtliche Entführung

Nach dreimonatiger Verhandlungsdauer ist am Dienstag der Prozess um eine nächtliche Entführungsaktion in der Samtgemeinde Gieboldehausen zu Ende gegangen. Das Amtsgericht Duderstadt verurteilte die zwischen 22 und 26 Jahre alten Angeklagten zu Freiheitsstrafen zwischen sechs und 14 Monaten. Alle Strafen wurden zur Bewährung ausgesetzt. Als Bewährungsauflage müssen sie Geldbußen zwischen 1000 und 2500 Euro zahlen.

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Nach dreimonatiger Verhandlungsdauer ist am Dienstag der Prozess um eine nächtliche Entführungsaktion in der Samtgemeinde Gieboldehausen zu Ende gegangen

Quelle: dpa

Duderstadt. Die Angeklagten hatten im Februar 2013 einen 20-Jährigen aus einer Wohnung in der Samtgemeinde Gieboldehausen entführt und später an einer Scheune ausgesetzt.

Dort forderten sie ihn unter Drohungen und Schlägen dazu auf, 3600 Euro zu zahlen. Anlass der Entführung sollen Schulden des 20-Jährigen gewesen sein.

Das Gericht befand die Angeklagten unter anderem der Beihilfe zur versuchten Nötigung, versuchten Erpressung, gefährlichen Körperverletzung und Freiheitsberaubung für schuldig. Mit seinem Urteil blieb es unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Diese hatte nach Angaben eines Sprechers bis zu zweieinhalb Jahren Freiheitsstrafe gefordert. Die Verteidiger plädierten auf Freispruch.

Zu Prozessbeginn hatten die Verfahrensbeteiligten Möglichkeiten einer Verständigung ausgelotet. Der Vorsitzende Richter Michael Pietzek wollte sich allerdings nur dann darauf einlassen, wenn die Angeklagten ein umfassendes Geständnis ablegen und auch die bisher nicht bekannten Mittäter benennen würden. Dazu waren diese jedoch nicht bereit.

Trotzdem hat die Polizei inzwischen den mutmaßlichen Haupttäter und einen weiteren Tatverdächtigen ermitteln können: Der Richter hatte kurzerhand die Mobiltelefone beschlagnahmen lassen, mit denen die Angeklagten in einer Verhandlungspause hektisch telefoniert hatten. Durch die Auswertung der Handy-Daten kamen die Ermittler auf die Spur des mutmaßlichen Haupttäters. Gegen diesen läuft bereits ein Ermittlungsverfahren.

Von Heidi Niemann

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