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Bewegung erfahren

Bewegungstag im Kindergarten Bewegung erfahren

„Heute ist ein besonderer Tag“, begrüßte Marie-Theres Warning-Ernst, Leiterin der Duderstädter Kindertagesstätte St. Raphael, am Mittwoch die Gäste in der Turnhalle, „ein Bewegungstag“. Stellvertretend für die Einrichtung nahm sie die Zertifizierung „Markenzeichen BewegungsKita“ entgegen.

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Mit einem „Farbenspiel“ zeigte Moritz Heller Möglichkeiten, die Kinder zu mehr Bewegung zu motivieren.

Quelle: Franke

Duderstadt. „Wer macht regelmäßig Sport?“, fragte die Leiterin in die Runde und schränkte gleich ein, dass „Fingersport an der Tastatur“ nicht gemeint sei. Bewegung sei im Zusammenhang mit der Zertifizierung aber nicht als reiner Sport zu verstehen, erklärte die Kindergartenleiterin. Bewegung sei viel mehr. Sie sei wichtig und ein natürliches Bedürfnis der Menschen. Babys würden zunächst strampeln, dann versuchen, zu greifen und wenn sie älter würden zu krabbeln. „Irgendwann beginnen sie zu laufen“, so Warning-Ernst. Auch kleine Kinder würden nicht gerne lange still sitzen. „Und irgendwann im Leben wird die Bewegung viel weniger.“

Bewegung sei etwas, das die Menschen von Kindesbeinen an mit Freude machten, ergänzte Vera Klapprott, Präventionsberaterin für Kindergärten und Schulen bei der AOK. Deshalb sollten auch fortwährend Bewegungsanregungen gesetzt werden. Oder wie Carmen Frisch es ausdrückte: „Das muss ich am eigenen Körper entdecken. Bewegung kann man nicht im Supermarkt kaufen.“ Die Gesundheitspädagogin und Referentin für den Deutschen und Niedersächsischen Turnerbund erklärte die Bedeutung einer ganzheitlichen Förderung schon in jungen Jahren. Jedes Kind habe andere Voraussetzungen und die gelte es, individuell zu fordern und zu fördern. So habe ein Kind vielleicht motorische Einschränkungen, ein anderes hingegen eine Wahrnehmungsschwäche.

Mit der Zertifizierung zeige die Kindertagesstätte ihre Kompetenz nach außen, so Frisch. Die Mitarbeiter hätten sich unter anderem an zwei Fortbildungstagen Ideen geholt für neue Spiele, mit denen sie die Kinder in Bewegung bringen könnten. „Und da kommt es nicht darauf an, möglichst gut zu sein“, erklärte Frisch das Prinzip. Vielmehr stünde im Vordergrund, dass die Kinder Erfahrungen mit der Bewegung sammeln würden, um am Ende Fortschritte zu erzielen.

„Fehlende Bewegungserfahrungen bei Kindern lassen sich im Alter nicht mehr aufholen“, sagte Frisch. In der heutigen Zeit gebe es bei Kindern viele Wahrnehmungsauffälligkeiten. Viele hätten im Grundschulalter bereits einen eigenen Fernseher. „Hier müssen die Eltern auch Vorbilder sein“, sagte sie. Denn außerdem könnten viele Kinder bereits im Kindergarten sehr viel Zeit zum Beispiel mit Tablets verbringen und hätten das Wischen bereits verinnerlicht.

„Das ist der erste Bewegungskindergarten im Stadtgebiet“, begrüßte Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU) die Zertifizierung. Die Auszeichnung würde einen neuen Aspekt für den Duderstädter Slogan „Stadt voller Bewegung“ bedeuten. Er erklärte, den Ratsmitgliedern sei wichtig, dass zu Schulen und Kindergärten gute Sportstätten gehörten.

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©Richter