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„Bewegung ist Befreiung von anderen Übeln“

Mit nur einem Bein und Prothese „Bewegung ist Befreiung von anderen Übeln“

Zwei feste Wanderschuhe trägt er, jedoch hat Roland Zahn nur noch einen echten Fuß. Das hindert ihn aber nicht daran, seiner Leidenschaft nachzugehen: dem Wandern. Im nächsten Jahr will er sich auf eine 1000 Kilometer lange Tour von Leipzig bis nach Tübingen machen.

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Beantwortet Fragen der Schüler: Roland Zahn. Wolfgang Nolte, Karl-Robert Müller und Eva-Maria Hunold (v. l.) lauschen.

Quelle: Pförtner

In Leipzig wurde er vor 73 Jahren geboren, in Tübingen wurde ihm im Jahr 2006 das Bein amputiert.

Im Vorfeld der großen Wanderung, die von der Firma Otto Bock Health Care unterstützt wird, hat er am Dienstag, 24. August, in Duderstadt seine 20-tägige Probewanderung von Duderstadt bis ins thüringische Treffurt gestartet. Begleitet wurde er die ersten Kilometer von Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU), der Rektorin der St.-Elisabeth-Schule in Duderstadt, Eva-Maria Hunold, samt Schülern der dritten Klasse und Polizist Karl-Robert Müller. Zuvor stellten die Kinder jedoch viele Fragen.

Wie Zahn auf die Idee für die Wanderung gekommen sei, wollte beispielsweise ein Mädchen wissen. „Früher, als ich noch ein Zweibeiner war, habe ich mir immer gewünscht, von meinem Wohnort Stuttgart zu meinem Geburtsort Leipzig zu wandern. Aber ich hatte nicht die Zeit.“ Ein Schüler stellte fest, „dass man mit so einem Bein doch nicht geboren wird.“ Zahn gab dann auch zu, „teilweise ein Roboter“ zu sein. Auf eine andere Nachfrage erzählte er von seiner Venenentzündung, die dazu geführt hat, dass sein rechter Oberschenkel amputiert werden musste.

Doch aufgeben wollte er nicht: „Bewegung ist Befreiung von anderen Übeln.“ Deshalb, und um zur Gründung von Selbsthilfegruppen für Amputierte anzuregen, wandert er. „Als Mutmacher für uns alle“ bezeichnet ihn dann auch Nolte, der Zahn zu Ehren die Flaggen am Rathaus hat hissen lassen.

Zahn freut sich über Mitstreiter – mit oder ohne Behinderung – die ihn eine längere oder kürzere Etappe des Weges begleiten. Wer Interesse hat, sollte sich unter Telefon 01 51 / 58 26 41 76 anmelden (möglichst am frühen Abend und nicht tagsüber während der Wanderungen). Über seine Wanderung wird er in einem Tagebuch im Internet berichten.

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